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In dem vorliegenden Buch wird der Versuch unternommen, der Individualität des Menschen im Krankheitsgeschehen gerecht zu werden, und alle die Faktoren zu berücksichtigen, die in dieser Hinsicht die Krankheitsgestaltung wie den Krankheitsablauf beeinflussen. Nach einer Einleitung und einem 1. Abschnitt über die Typologie und Individualität bringt der nächste Hauptabschnitt die Individualität und die Krankheitsentstehung. In allen Teilen dieses Abschnittes wird die Multikausalität sehr energisch vertreten und vor zu einseitiger Betrachtung gewarnt. Auch in dem Abschnitt über psychische Krankheitsverursachung wird sehr entschieden darauf hingewiesen, daß auch hier eine einseitige Betrachtung falsch ist und gerade von Seiten der Psychosomatik die Erbfaktoren oft viel zu wenig berücksichtigt werden. Die vegetative Labilität, die in diesem Sinne als ein anlagemäßiges Moment von dem Verf. angesehen wird, ist sehr häufig von einer psychopathischen bzw. neurotischen Persönlichkeitsstruktur begleitet. Auch diese werden als erbbedingt angesehen. Man bedauert sehr, gerade in diesem Abschnitt kaum ein Wort über die tiefenpsychologischen Forschungsergebnisse und die Prägung der neurotischen Charakterstruktur durch Umweltbedingungen der frühen Kindheit zu finden. Gerade diese wichtige Auseinandersetzung mit der Anlage als erbbedingt oder der Anlage als Resultat einer Umweltschädigung in der frühen Kindheit findet überhaupt keine Erwähnung. Im Kapitel über Individualität und Krankheitsgestaltung wird mit Recht Kritik geübt an den sogenannten klassischen Krankheitsbildern, die es nicht gibt, da der Faktor der je