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Das Buch ist eine Festgabe zum 70. Geburtstag des Freiburger Moraltheologen Theodor Müncker. Die zahlreichen Aufsätze sind größtenteils Referate über den derzeitigen Stand von Wissensgebieten aus der Soziologie und Psychologie unter dem Gesichtspunkt der Bewertung im Sinne der katholischen ethischen Standpunkte.
Die Aufsätze handeln u. a. über Gewissensfreiheit, Sittlichkeit, Ethos der Freizeit, Probleme der Notlüge, Organverpflanzung beim Menschen, Aspekte der psychologischen Theoriebildungen, politische Ethik im Vergleich der Konfessionen, Vergleich von hierarchischem und solidarischem Grundgesetz in Ehe und Familie. Von Josef Goldbrunner ist ein Artikel über neue Methoden im Religionsunterricht, wo u. a. Szenenspiele angewandt werden. Bemerkenswert ist der Aufsatz von Wilhelm Heinen: Rücksichtslosigkeit — Rücksichtsnahme im Verkehr (zur Psychologie und Ethik im Straßenverkehr). Wenn Verf. auch keine nähere Begründung für seine Ansichten gibt, so sind doch die verschiedenen Verhaltensweisen im Verkehr so treffsicher gezeichnet, daß das Lesen Vergnügen bereitet.
Vergleiche mit der Psychotherapie (Hubert Berndt: Zur Deutung der Beziehungen zwischen Psychotherapie und Askese) haben meist den Nachteil, daß übersehen wird, daß die Psychotherapie eine Behandlungsmethode für kranke Menschen ist und nicht eine ideelle Lebensausrichtung. Nicht so bei Anton Rhoden (Zur Frage der Zusammenarbeit von Psychotherapeut und Seelsorger). Der Verf. stellt in kurzen Zügen fest, daß der Neurotiker lernen muß, krankhafte Gefühle und eigentliche Sünde auseinanderzuhalten. Seelsorger und Therapeut werden beruhigt, daß sie nicht störend in den Arbeitsbereich des ändern eingreifen, wenn jeder von ihnen seine Sache gut macht. Auf effektive Probleme geht Verf. nicht ein.
Von Interesse sind zwei Aufsätze über das religiöse Verhalten des Menschen. Werner Schöllgen (Zur Psychologie der Frömmigkeit und der Gottesfurcht) kennzeichnet die „echte“ religiöse Haltung aus einem Geborgenheitserlebnis, das