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Als Einleitung zum Hauptteil meines Vortrages möchte ich einige geschichtliche Bemerkungen machen und dann einen Überblick über gegenwärtig bestehende Meinungsverschiedenheiten geben.
Die nicht-analytische, psychiatrische Literatur über die depressive Psychopathologie hat sich mit Konzepten wie Hypo- und Hyperfunktionen, Hemmung, konstitutionellen Rhythmen und Grund-Schemata des Ich beschäftigt; die Frage jedoch, wie man den Ursprung der Depression und der manischen Zustände erkennen könnte, ist nie gestellt noch auch im einzelnen beantwortet worden. Auch die Psychologen hatten bisher erstaunlich wenig über Depression, Kummer, manische Stimmung, Trauer usw. zu sagen.
Seit 1911 befaßt sich die psychoanalytische Forschung mit der Metapsychologie der Depression im Zusammenhang mit den Triebzonen, der Wechselwirkung von Ich und Überich und der Ichentwicklung; über den Zustand der Normalität, etwa bei Genesung von manisch-depressiven Zuständen, über normalen Kummer, normale Trauer und normale Hochstimmung ist jedoch noch wenig ausgesagt worden.
Noch weniger enthält unsere Literatur über die Beziehung pathologischer Trauer zu den tiefer regredierten Zuständen (etwa einem schizophrenen Zustand) oder die Beziehung pathologischer Trauer zu progredienten Zuständen (nämlich der Manie und den Zwängen). Dieser Mangel ist eigentlich erstaunlich bei einem metapsychologischen Problem, das in der Mitte zwischen den Schizophrenien und den Neurosen steht. Jeder der psychoanalytischen Beiträge hat jedoch etwas zur Entwicklung der Theorie der Depression selbst beigetragen oder eine andere Hypothese aufgestellt.
Abrahams erste Erklärung im Sinne einer Regression und Hemmung oral-aggressiver Einverleibung und anal-aggressiver Ausstoßung des verlorenen Liebesobjekts wurde erweitert durch Freuds Beschreibung 1. der Identifikation des einverleibten toten Objekts mit dem Ich mittels narzißtischer Regression und 2. der kritischen Überwachung des Ichs durch das Idealich.
Abraham ergänzte später sein