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Freud selbst hat die Psychoanalyse in den Dienst der Biographik gestellt, kann die Pychoanalyse doch “manche Aufschlüsse bringen, die auf anderen Wegen nicht zu erhalten sind und so neue Zusammenhänge aufzeigen in dem Webermeisterstück, das sich zwischen den Triebanlagen, den Erlebnissen und den Werken eines Künstlers ausbreitet” (Ansprache anläßlich der Verleihung des Goethe-Preises der Stadt Frankfurt, vgl. (1), S. 550). Mit dem Worte “Webermeisterstück” war für den in der klassischen Literatur sehr bewanderten Schöpfer der Psychoanalyse die spöttische Einsicht Mephistos mitgegeben: “… sind aber keine Weber geworden”, und gerade im Falle von Goethe “haben wir es noch nicht weit gebracht. Das rührt daher, daß Goethe nicht nur ein großer Bekenner war, sondern auch trotz der Fülle autobiographischer Aufzeichnungen ein wirksamer Verhüller” (a. a. O., (1), S. 550). Ein wirksamer Verhüller war Freud selbst; er bedauerte zwar, zu viel von sich preisgegeben zu haben, wählte aber seine Bekenntnisse viel sorgfältiger aus und zensurierte sie strenger, als man gemeinhin annimmt (S. 85).1 Das Beste, was man wissen kann, darf man den Buben doch nicht sagen. Freud hat sein Mißtrauen gegenüber den Biographen deutlich ausgesprochen. Wo Goethe klagt: “Wenn man aber nichts weiter vom Leben hätte, als was unsere Biographen … von uns sagen, so wäre es ein schlechtes Metier und überall nicht der Mühe wert” ((2), 21. 12. 31), geht der Psychologe Freud sogleich auf die Wurzeln biographischen Verfehlens: “Man sagt allgemein, es sei das Verlangen, uns einen solchen Mann auch menschlich näher zu bringen. Lassen wir das gelten … Immerhin wollen wir zugestehen, daß noch ein anderes Motiv im Spiele ist. Die Rechtfertigung des Biographen enthält auch ein Bekenntnis. Nicht herabsetzen zwar will der Biograph den Heros, sondern ihn uns näherbringen. Aber das heißt doch die Distanz, die uns von ihm trennt, verringern, wirkt doch in der Richtung einer Erniedrigung.” ((1), S. 550). In e