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Der Jahresband 1960 des Stuttgarter Almanachs ist wie der vorjährige dem Gedenken Felix Schottlaenders gewidmet. Die Stetigkeit dieser nun schon im 6. Jahre erscheinenden Jahrbücher ist ein wertvolles Zeugnis für die in den psychotherapeutischen Instituten geleistete Arbeit.
In einem einleitenden Aufsatz weist Brocher in einer neuen Formulierung des Neurosebegriffes, speziell unter Verwertung der von René Spitz und anderen gewonnenen Erfahrungen, auf die Bedeutung der frühesten psychosozialen Beziehungen, vornehmlich der Modellbeziehung Mutter und Kind, für die weitere Entwicklung des Menschen hin. So lasse sich jede Neurose auf eine derartige verdrängte Modellbeziehung zurückführen, wobei besonders der Werbungscharakter frühkindlicher Reaktionsbildungen im Sinne eines psychophysischen Simultangeschehens (Mitscherlich) zu beachten sei. Für diese Modelle erweist sich auch die These Malinowkis vom Familienkernkomplex als wertvoll, welche die Weitergabe gleichartiger neurotischer Störungen über Generationen erklärt.
Aus einer ausführlichen Arbeit Gollners über Schottlaenders z. T. noch unveröffentlichte Schriften zu politischen Problemen wird ersichtlich, wie früh und konsequent Schottlaender, in der Nachfolge Freuds, Zusammenhänge zwischen der Neurose des Einzelnen und dem neurotischen Geschehen der Zeitgeschichte erkannte. Seine tiefenpsychologischen Ausführungen zum deutschen Problem, die schon vor dem zweiten Weltkrieg, wie auch später an verschiedenen Orten veröffentlicht wurden, haben auch heute noch nicht an Aktualität eingebüßt. Schottlaenders Arbeiten sind ein wichtiges Zeugnis einer frühen psychoanalytischen Stellungnahme von tieferer Bedeutung zum umstrittenen politischen Tagesgeschehen.
Zahlreiche weitere Arbeiten, die von der heute so aktuellen Erörterung der Bedeutung der ersten Lebensjahre (Henningsen) über theoretische und praktische Fragen der Psychotherapie bis zu