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Diese Gutachten-Sammlung namhafter Ärzte zur Frage der verfolgungsbedingten seelischen und körperlichen Gesundheitsschädigungen und deren Wiedergutmachung sind in mehrfacher Hinsicht bemerkenswert. Gerade die Darstellung von Einzelschicksalen wird auch dem nicht-ärztlichen Leser in einer erschütternden Weise vor Auge führen, welches unvorstellbare Leid durch die Judenverfolgung zugefügt wurde. Ohne Zweifel spiegelt sich in der ärztlichen Beurteilung der Zusammenhangsfrage zwischen Verfolgung und Krankheit wieder, in welcher Weise Verfolgter und Arzt die Vergangenheit bewältigt haben. Dieser Sachverhalt kennzeichnet die ungemein schwierige menschliche Situation, in welcher sich der deutsche Gutachter dem Verfolgten gegenüber befindet. Wir zögern nicht, darin ein wesentliches Motiv für die Verleugnung der krankheitsverursachenden oder verschlimmernden Bedeutung der Verfolgung zu erblicken. Wie unangemessen es ist, angesichts der chronischen und extremen Belastungen, denen viele der Verfolgten ausgeliefert waren, einseitig die Rolle der Konstitution bei neurotischen oder körperlichen Erkrankungen zu betonen – um nur ein Beispiel für die genannte Verleugnung und ihre wissenschaftliche Verarbeitung zu nennen –, wird in dieser Sammlung von Gutachten klar herausgestellt. Da es sich hierbei häufig um Obergutachten handelt, die sich mit früheren und noch herrschenden Auffassungen auseinandersetzen, wird kein Arzt oder Jurist, der sich ernsthaft um eine gerechte Einschätzung der gesundheitlichen Verfolgungsschäden bemüht, auf dieses von March herausgegebene Buch verzichten können.