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Ein weithin realistisches, kluges, in die christliche Fragenwelt eingebettetes Buch. Die Rolle des Seelsorgers als Anhörer und Berater, als Löser des Gewissenskonflikts, in den so viele Homophile geraten, wird offenbar. Wo sich gleichgeschlechtliches Erleben in sublimeren Ebenen und bei Persönlichkeiten vollzieht, die darauf ansprechen, erscheint diese Wirkung sehr wichtig. Bestimmte moralische Wertungen etwa von Onanie-Formen, überhaupt der Geschlechtlichkeit, mögen nicht überzeugen, sie weisen jedoch eher auf die substantielle und dogmatische Schwäche des Christentums in diesem Bereich hin, als auf die des Verfassers, der sie aus christlichem Geist heraus zu finden sucht. Die schwierigen Grenzen zwischen moralischer und therapeutischer Einstellung erhellen aber darüber hinaus das besondere Anliegen des Seelsorgers, der gegen das Abgleiten des Homophilen die Bindungskräfte Gott, Freundschaft, Sinnerfüllung und gewisse mögliche Eheformen setzt.