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Freud unterschied in “Hemmung, Symptom und Angst” (8) zwischen dem Erlebnis eines Traumas und dem der Gefahr. In der traumatischen Situation ist das Ich hilflos Erregungsmengen ausgesetzt, die nicht entladen oder in irgendeiner Weise beherrscht werden können. In Gefahrensituationen erwartet das Ich dagegen, daß es die Lage nicht meistern kann; es ist eine potentiell traumatische Situation. Das traumatische Erlebnis, das heißt das Erlebnis der Hilflosigkeit, ist immer gleichartig, welche Ursache auch die unbeherrschbare Erregung haben mag. Im Laufe der Entwicklung bilden sich hochdifferenzierte Methoden heraus, um traumatische Erregungen und das drohende Trauma in Gefahrensituationen sowie den damit korrelierten Angstaffekt möglichst zu vermeiden. Ein potentiell traumatische Erregung kann im Es entstehen oder durch eine Stimulierung des Sinnesapparates hervorgerufen werden. Während der frühesten undifferenzierten1 Entwicklungsphase unterscheidet das Kind jedoch nicht zwischen den aus verschiedenen Quellen stammenden Erregungen.
Einige Methoden, die das Ich entwickelt, um sich mit einer möglicherweise traumatischen Situation auseinanderzusetzen, sind ausführlich untersucht worden, insbesondere die Abwehrmechanismen. Gleichwohl kann man alle der Anpassung dienenden Ich-Funktionen, einschließlich jener der konfliktfreien Sphäre (Hartmann (9)) als auf die Meisterung von Erregung ausgerichtet betrachten. Ich möchte eine Funktion des Ichs — die mir von einigen Gesichtspunkten aus betrachtet als die wichtigste erscheint — gesondert besprechen, eine Funktion, mittels derer das Ich eine Erregung, die andernfalls traumatisch wirken könnte, beherrschen und in Grenzen halten kann. Ich meine den Vorgang der Wahrnehmung, durch den ungestaltete Eindrücke, die aus den verschiedenen Sinnesorganen stammen können, in gestaltete und strukturierte Wahrnehmungen umgewandelt werden. Bevor zwischen Gefahrensituationen und einem traumatischen Erlebnis differenziert werden kann, muß selbstvers