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Mit dem Nachdruck dieser Arbeit setzen wir die Reihe unserer Veröffentlichungen “Aus den Anfängen der Psychoanalyse” fort.
Das weite Gebiet, welches heute der psychoanalytischen Wissenschaft zugänglich ist, bietet uns eine Fülle von Einzelbeispielen für das rasche Anwachsen psychologischer Erkenntnis auf dem Wege rein induktiver Forschung. Unter diesen Beispielen ist die Entwicklung der Lehre vom Analcharakter vielleicht das merkwürdigste und lehrreichste. Im Jahre 1908, etwa 15 Jahre nach dem Erscheinen seiner ersten Beiträge zur Psychologie der Neurosen, veröffentlichte Freud seine kurzen Bemerkungen über “Charakter und Analerotik”. Sie fanden auf drei Druckseiten einer Zeitschrift Platz, als ein Muster komprimierter Darstellung und ebenso vorsichtiger wie klarer Formulierungen. Die allmählich wachsende Schar der Mitarbeiter half den Kreis der gesicherten Erkenntnisse erweitern; unter ihren Beiträgen seien die von Sadger, Ferenczi und Jones hervorgehoben. Eine ungeahnte Bedeutung gewann die Lehre von den Umwandlungsprodukten der Analerotik, als Freud im Jahre 1913, anschließend an Jones' wichtige Untersuchung über “Haß und Analerotik in der Zwangsneurose”, eine frühe “prägenitale” Organisation der Libido beschrieb. Er leitete die Symptome der Zwangsneurose von einer Regression der Libido zu dieser Entwicklungsstufe her, die durch ein Vorwiegen der analen und sadistischen Triebkomponenten ausgezeichnet sei. Damit fiel ein neues Licht sowohl auf die Symptomatik der Zwangsneurose als auch auf die charakterologischen Besonderheiten der an ihr Leidenden, also auf den sogenannten “Zwangscharakter”. Einer späteren Publikation vorgreifend, füge ich hinzu, daß sich sehr ähnliche Anomalien des Charakters bei denjenigen Menschen finden, die zu melancholischen und manischen Zuständen neigen. Die Erforschung dieser letztgenannten, uns noch immer rätselhaften Erkrankungen macht uns ein möglichst genause Studium der sadistisch-analen Charakterzüge zur Pflicht. Die vorliegende Unt