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Ein seit langem bestehendes Interesse am Selbst, geweckt durch Analysen von Patienten mit verschiedenartigsten Veränderungen des Gefühls der Realität und Identität, sowie neuere Arbeiten der Wahrnehmungspsychologie haben mich veranlaßt, die Begriffe Selbst, Selbst-Gefühl1 und Depersonalisation nochmals vom Ich-psychologischen Standpunkt aus zu betrachten.
Das breite Spektrum der Störungen des Selbst-Gefühls sollte zweckdienlich in zwei Gruppen eingeteilt werden: (1) Störungen des Gefühls der persönlichen Identität, und (2) Störungen des Gefühls der Realität der eigenen Person. Die erste, sich auf die persönliche Identität beziehende Gruppe könnte man weiter unterteilen in mehr oder weniger dauernde bzw. episodenhafte Störungen.
In die erste Untergruppe gehören die Patienten mit dauernd unsicherem Gefühl der persönlichen Identität, die einer Identität nachjagen, die ihnen ständig ausweicht, so wie ein Mensch, der sein Gleichgewicht verloren hat, seinen Schwerpunkt wiederzuerlangen sucht. Andere, in die gleiche Gruppe einzureihende, machen sich nicht viel daraus, daß sie kein Gefühl der persönlichen Identität besitzen. Einige von ihnen sind appersonierte Individuen, deren Gefühl der Identität aus einer außergewöhnlich starken Bindung an eine andere Person resultiert. Solche Patienten werden nur dann über ein Fehlen des Gefühls der Identität klagen, wenn diese Bindung gefährdet ist — beispielsweise während einer Analyse. Bei anderen besteht diese enge Bindung nicht, und trotzdem gibt das Fehlen eines Gefühls der persönlichen Identität keine Veranlassung zu Klagen. Der Analytiker wird es überhaupt nur durch direktes Befragen feststellen können. Einige Patienten haben auf