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Der wenig klare Ausdruck der “Konstitution”ist häufig gebraucht worden, einerseits als äußeres Äquivalent des Genotyps, andererseits als potentielle Form, auf verschiedene (physikalische, chemische, biologische und psychische) Reize zu reagieren. Wenn diese potentielle Form zu reagieren sich von derjenigen unterscheidet, die als “normal”angesehen wird, nennt man sie Diathese. Die Beziehungen zwischen dem klassischen Begriff der “Konstitution”und dem der “Disposition”sind also offenbar. In dem Schema Kretschmers würde der konstitutionelle leptosome Typ mit einer Neigung (Disposition) verbunden sein, an bestimmten physischen (z. B. Tuberkulose) oder psychischen (schizophrene Prozesse) Affektionen zu leiden, während der pyknische Typ seinen Träger zu metabolischen Störungen, Cholecystopathie, Hypertension, Pletora, cyclotymer Psychose usw. disponiert. So weit ist “Konstitution”fast allgemein als Äquivalent einer Struktur angesehen worden, die durch jenseits unserer Kontrolle liegende Kräfte irreversibel determiniert ist, durch rein genetische Faktoren also, die an die Chromosomen gebunden sind. Diese immerwährende Auseinandersetzung zwischen den genetischen Einflüssen und jenen der Umwelt, zwischen Nurtura und Natura (Fuller), hat zu einem neuen, erregenden Kapitel in der heutigen Biologie geführt. Es reicht vom Studium der Wechselwirkungen innerhalb des Germinalplasmas, zwischen den Genen selbst und vor allem dem der Wechselwirkungen zwischen der Erbmasse und der Umwelt — z. B. während der intrauterinen Periode — bis zu den Modifikationen, die in einer neugeborenen lebenden Struktur, welche von ungeahnter Formbarkeit ist, durch die ersten Wechselwirkungen mit der Umwelt ausgelöst werden. Diese werden “ausgewählt”und sozusagen “gesucht”durch die eigene, besondere Veranlagung der lebenden, noch unreifen Struktur. Nurtura und Natura sind zwei Co-Faktoren, die sich gegenseitigen Veränderungen unterwerfen; das scheinbar Unentwirrbare dieser Wechselwirkung, das die Biologe