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Paul Federns Konzeption des Ich als einer Fähigkeit der Person, innere Zustände zu einem Zusammenhang mit fließenden Grenzen sowohl der äußeren Welt als auch der eigenen nicht-ichhaften Es-Sphäre gegenüber zu integrieren, weist einen hohen psychotherapeutischen Arbeitswert auf. In dieser metapsychologischen Konzeption erhalten die “Besetzungen” (englisch “cathexes”) sowie “Gegenbesetzungen” des Ichs eine zentrale Bedeutung, zentraler als in Freuds Psychoanalyse selbst. “Ich-schwach” heißt demnach: das Ich verfügt über eine ungenügende Besetzungsmenge, ist erschöpf bar, nicht leistungsfähig. “Ichstark” wiederum bedeutet: das Ich verfügt über eine große Besetzungsmenge, die es in den verschiedenen Lebensbereichen “investieren” kann. Eine so ausgerichtete Therapie legt offensichtlich weniger Wert darauf, die vom “Es” oder “Über-Ich” herrührenden Hemmungen und Störungen zu erkennen als vielmehr den Betrag an Besetzungsenergie (Libido), der dem jeweiligen Ich zur Verfügung steht. Sie wird weiterhin ihre Bemühung darauf lenken, dem Ich die durch Verdrängung oder Unkenntnis verlorengegangenen Besetzungsmengen zurückzugewinnen. Man könnte dieser Methode den Vorwurf des einseitig quantitativ Ökonomischen machen, wenn nicht gerade im metapsychologischen Begriff der “Besetzung” der spezifisch psychologische Akzent gegenüber dem physio-chemischen Hormonhaushalt des Körpers gesetzt wäre. Besetzungsfähigkeit des Ichs und hormonale Vorgänge im Somatischen stehen in einem Zusammenhang, der in der Zukunft von Biologie und Medizin noch weiterhin aufgeklärt werden muß. Psychologisch einwandfrei jedoch ist, daß “Besetzung” den hormonalen Vorgängen das Zielgerichtete hinzufügt. “Hunger” etwa ist zunächst ein physio-chemischer Vorgang; dieser wird aber psychisch besetzt, wenn das Ich Anstalten trifft, die Hunger-Spannung zu beseitigen.
Edoardo Weiss gehört zu den wenigen Psychoanalytikern, die mit Federns Ich-Konzeption arbeiten und sie ausgebaut haben. Vorliegendes Werk gründet auf der I