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19. Lieferung: W. von Siebenthal ist mit der “Traumdeutung” befaßt. Der Traum sei ein zusammengesetztes Gebilde, das als Ganzes betrachtet und mit anderen, ähnlichen Gestaltungen verglichen werden könne. “Dann leuchtet sein Sinngehalt für das Ganze des Daseins und für die momentane Lebenssituation auf.” (S. 520.) Die nicht mit der Organerregung gekoppelte Angst im Traum sei einfach da, unbeschreibbar, unheimlich und still. “Sie klingt in der Gefühlsqualität des Numinosen an oder nimmt deutlich jene Färbung an, wie sie bei beginnenden Psychosen auftritt …” (S. 522.) Von der “Numinosität der Traumstimmung” ist S. 524 die Rede. Weiteres hören wir S. 546: bei der Methode des Rêve éveillé werde der Beginn einer “märchenhaften, numinos gefärbten” Geschichte erzählt, welche der Kranke in einem mit “Reverie” bezeichneten Zustand weiterzuspinnen habe. Auf der gleichen Seite, im Zusammenhang mit dem Thema “Traumtherapie”, heißt es, daß Träume, ohne daß sie gedeutet würden, “Heilkraft entfalten” könnten, selbst dann sogar, wenn der Träumer sie gar nicht erzähle. Es gebe ein Traumverstehen, ohne daß man sagen könnte, was der Traum bedeute. “Auch auf diese Weise regeln sich viele seelische Schwierigkeiten im Laufe der Zeit von selbst auf Grund der suggestiven Wirkung der Traumbilder.” Auf der nächsten Seite kann man auf Worte wie “oneirogene Autosuggestivtherapie”, “oneirogene Auflockerungstherapie”, “oneirogene Assoziationstherapie” stoßen und nachlesen, was damit gemeint ist. Soweit einige Hinweise. Des Rezensenten Meinung ist, daß Träume gerade deshalb, weil sie so ungemein unscharfe Phänomene sind, einer besonders nüchternen Behandlung bedürfen, sofern man sich überhaupt veranlaßt sieht, ihnen besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Wenn man sich den Traumphänomenen nach dem Grundsatz “similia similibus” in märchenhaft numinoser Unschärfe nähert, mag allerhand