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Diese “psychoanalytische Studie” legt dem Leser eine Fülle von theoretischem und praktischem Material vor. Während sich in der theoretischen Einleitung Lebovici mit der historischen Entwicklung des kindlichen Schizophreniebegriffs innerhalb der Kinderpsychiatrie auseinandersetzt, die psychoanalytischen Modifikationen und den eigenen Standpunkt klar festhält, läßt der zweite Teil mit der Falldarstellung eine abschließende, theoretische Zusammenfassung vermissen, obwohl jede der 165 referierten Analysestunden von einem kurzen Kommentar begleitet wird und auch einige Schemata beigefügt sind. Die Vollständigkeit der Materialsammlung jedoch (Vorgeschichte, Analysenprotokoll, Katamnese vom Kind, Ausschnitt aus der Psychoanalyse der Mutter) bietet reiche Diskussionsmöglichkeiten und befriedigt damit den oft geäußerten Wunsch nach detaillierten Berichten aus der psychoanalytischen Arbeit.
Lebovici betont, daß im Kindesalter (die Pubertät wird ausgeklammert) sinngemäß nicht von Schizophrenien, sondern von psychotischen und präpsychotischen Zuständen gesprochen werden sollte. Damit wird auch einer allzu pessimistischen Prognose vorgebeugt, die leicht dazu verführt, somatische Kuren (Insulintherapie, Elektroschock, Psychochirurgie) anzuwenden, welche bei dieser Altersstufe noch kaum je erfolgreich waren. Die psychopathologische Beschreibung der kindlichen Psychose hat sich vor allem auf den strukturellen Aspekt zu stützen, denn es ist naiv zu glauben, funktionelle und läsionelle, psychogene und somatogene Faktoren ließen sich so ohne weiteres auseinanderhalten, daß z. B. eine Encephalopathie von einer Schizophrenie immer klar zu unterscheiden wäre. Psychoanalytisch gesprochen wird die kindliche Psychose durch folgende Hauptmerkmale gekennzeichnet: die disharmonische Entwicklung, den gestörten Realitätssinn und die Unfähigkeit des Kindes, seine primitiven Phantasmen zu integrieren. – Die Ichaktivität ist ähnlich herabgesetzt