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Nach Jungs Schriften zur “Praxis der Psychotherapie” (Ges. Werke, Band 16, vgl. unsere Besprechung in Psyche XII, 1958, Seite 801/802) erschienen nun die “Psychologischen Typen” in 9. Auflage als sechster Band der deutschen Gesamtausgabe. Der Band enthält als Kernstück den im wesentlichen unveränderten Text der 8. Auflage 1950, die wir in Psyche VIII, 1954, Heft 4, Seite 45-48 ausführlicher besprochen haben. Nach Angabe der Herausgeber (M. Niehus-Jung, L. Hurwitz-Eisner, F. Riklin) wurde der Text “zum Teil mit Hilfe des Autors” noch einmal revidiert, doch als “Markstein in Jungs Werk” weitgehend in seiner ursprünglichen Fassung belassen. Das Werk ist nicht nur wegen der Typenlehre, sondern auch wegen der “Definitionen” Jung' scher Grundbegriffe im Eigenkommentar von grundlegender Bedeutung.
An Änderungen im Inhaltsverzeichnis fällt zunächst auf, daß die früheren auf Nietzsche, Jordan, Gross, Worringer, Ostwald bezogenen Untertitel der Hauptkapitel III, IV, VI, VII, IX fortfielen. “Das Typenproblem in der Psychiatrie” wurde in Kapitel VI in “Das Typenproblem in der Psychopathologie” umgetauft, ohne daß inhaltliche Änderungen vorgenommen worden wären. Die bisher 59 “Definitionen” wurden auf 63 erweitert; die neu aufgenommenen Begriffe “Anima”, “Imagination”, “Persona”, “Psyche” sind jedoch nur mit Hinweisen auf ihre Behandlung im Rahmen anderer Definitionen versehen. Neu verfaßt wurde eine Definition des “Selbst”. “Als empirischer Begriff bezeichnet das Selbst den Gesamtumfang aller psychischen Phänomene im Menschen. Es drückt die Einheit und