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Die vorliegende Schrift ergänzt die weithin bekannte Reihe von Veröffentlichungen des Autors, wie “Psychotherapie als Wissenschaft” und “Moderne Seinsprobleme in ihrer Bedeutung für die Psychologie”, um nur einige Titel zu nennen.
Während Meinertz, sieht man von seiner Arbeit “Kant und die Tiefenpsychologie” ab, bei seinen früheren wissenschaftlichen Untersuchungen über die Stellung der Psychotherapie im Ganzen der Wissenschaften historische Aspekte nicht im einzelnen expliziert hat, macht er diese hier zum Thema.
Es wird vor allem die Philosophie des deutschen Idealismus im weitesten Sinne auf das Vorliegen psychologischer Probleme bzw. Aussagen geprüft. In gedrängter, auch dem Nichtphilosophen ausgezeichnet verständlicher Form werden Kant, Hegel, Schelling und Schleiermacher referiert. Man könnte sagen, daß Meinertz einerseits die Tiefenpsychologie philosophisch befragt und andererseits die Philosophie der genannten Philosophen samt ihrem Einfluß auf die Existenzphilosophie tiefenpsychologisch beleuchtet. Bekanntlich wurde gerade dieses Anliegen Meinertz', das auch schon für seine früheren Arbeiten maßgebend war, u. a. von Jaspers deshalb kritisert, weil bei einem solchen gegenseitigen Prüfen die Grenzen zwischen den Denkbereichen aufgehoben würden.
Mit großer Ausgewogenheit wird nun in der vorliegenden Schrift die lebendige Mitte zwischen starren und extremen psychologischen und philosophischen Positionen eingehalten, was z. B. folgende Formulierung erkennen läßt: “Gerade bei der Betrachtung der psychologischen Probleme, die in Kants Philosophie stecken und geeignet sind, uns diese Philosophie heute wieder recht lebendig zu machen, zeigt sich die Notwendigkeit, einen ‘Psychologismus’, der die kategoriale Eigenwertigkeit geistiger Strukturen verkennt, ebenso zu vermeiden wie einen ‘Transzendentalismus’ (zu dem der Neukantianismus neigt), der jede psychologische Fragestellung verwirft.” (S. 19.) Vielleicht wird der fachphilosophische Leser dieser Schrift feststellen,