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Die Aushöhlung der Ideologien durch deren Mißbrauch in Faschismus und Kommunismus, die Zerstörungen überlieferter Wertordnungen im 2. Weltkrieg, die Veräußerlichung des Daseins im Wirtschaftswunder scheint immer mehr deutsche und schweizerische Therapeuten zu verführen, den Boden wissenschaftlicher Objektivität zu verlassen und dem Heilungsgeschehen eine als neu empfundene Tiefendimension zu verleihen, es metaphysisch zu verankern und zu glorifizieren.
So will auch Johanna Herzog-Dürck “einen Beitrag leisten zu denjenigen Bestrebungen in der Psychotherapie der Gegenwart, die den Menschen in der Tiefe seines Menschseins verstehen wollen” (S. 7). Während S. Freud “mit dem ganzen Rechtsanspruch eines positivistischen Naturwissenschaftlers … den Menschen prinzipiell als von der Naturkraft der Triebe bestimmtes Wesen, das nur unter dem Zwang der Sozietät Triebkräfte … ‘sublimiert’ ”, erfasse Alfred Adler bloß die soziale Funktionsfähigkeit im Auge behalte, gelange C. G. Jung bereits zu einer geistesgeschichtlichen Konzeption. In der Auseinandersetzung mit den Archetypen würden die “Sinnfragen des Lebens symbolisch anklingen” (S. 15), das Verhältnis zum Mitmenschen aber zu fassadenhaft dargestellt. Erst F. Künkel schließe “durch die Einführung des ‘Urwir’ und des ‘reifenden Wir’… die Tiefenbereiche der zwischenmenschlichen Beziehung systematisch auf” (S. 15).
Herzog-Dürck schließt sich dann jenen therapeutischen Ansätzen an, welche “zu einer stärkeren Herausarbeitung der personalen, religiösen nnd kommunikativen Wesenszentren des Menschen” führen sollen und verlangt eine “anthropologische Gesamtkonzeption, in der die Heilung aus der personalen Begegnung verstanden wird” (S. 16). Sie beruft sich dabei auf L. Binswanger, J. Meinertz, V. v. Gebsattel u. a.
Seelische Phänomene sollen nun aufhören, “bloßes Objekt wissenschaftlicher Feststellung” zu sein (S. 17). Einen echten Zugang finde man nur “als ein selbst religiös Vernehmender, aus der Haltung der religiösen Vernunft”: Dabe