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Herausgegeben von H. W. Gruhle (Bonn), R. Jung (Freiburg/Br.), W. Mayer-Groß (Birmingham) und M. Müller (Bern) sollen “Forschung und Praxis” (so lautet der Untertitel) der gegenwärtigen Psychiatrie in drei lexikonstarken Bänden zur Darstellung gelangen. Bisher ist Band II des geplanten Werkes erschienen. Er umfaßt die Darstellung der “Endogenen Psychosen”, der “Psychopathien, Neurosen, abnormen Reaktionen”, der “Suchten”, der “Organischen Psychosen und Hirnkrankheiten” sowie der “Kinder- und Alterspsychiatrie”. Die einzelnen Beiträge geben zu einem Teil über ihr Thema von einer mehr traditionellen Warte aus eine enzyklopädische Übersicht, zum anderen vermitteln einige Autoren einen Einblick in ihre besonderen Forschungsansätze und entwerfen von daher neue Ordnungsprinzipien. Im ganzen entsteht – wenigstens gilt das von dem vorliegenden Band II – eine Mischung von erweitertem Lehrbuch und Monographie. Ref. findet aber nicht, daß dadurch das gesamte Unternehmen störend beeinflußt wird; vielmehr ist ein Band zustande gekommen, der verläßliche, recht weit gespannte Information, rasche Orientierung über den Problemstand und anregende Einführung in zeitgenössische Denk- und Betrachtungsweisen über einen Gegenstand – die “seelisch-geistigen” Krankheiten und Abnormitäten – vermittelt, der als solcher, wie eben auch sein Träger, der Mensch, sich einem letzten Zugriff, sei es vom Somatischen, sei es vom Psychischen her, bislang entzogen hat.
Ganz besonders gilt das ja von den beiden großen Psychosen, der Schizophrenie und den manisch-depressiven Zuständen. Jakob Wyrsch, der in einem mit essayistischer Brillanz geschriebenen, den Band eröffnenden Artikel “Klinik der Schizophrenie” (26 Seiten) einen großartigen Überblick über sein Thema unter besonderer Berücksichtigung der verschiedenen methodischen Ansatzpunkte der Schizophrenie-Forschung gibt, kommt zu dem von ihm in früheren Publikationen ausführlich entwickelten Standpunkt, daß alle bisherigen Ergebnisse darauf verweisen, b