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Ausgehend von den paradoxen Diskrepanzen zwischen den Alltagserfahrungen und den Gegenstandskonstruktionen der Wissenschaften sucht Dahrendorf nach den spezifisch soziologischen “Elementarkategorien”. Er findet sie nicht wie etwa von Wiese im Begriff der “sozialen Beziehungen” oder mit Max Weber in dem des “sozialen Handelns”, sondern in jenem der “sozialen Rollen”. “Am Schnittpunkt des Einzelnen und der Gesellschaft steht homo sociologicus, der Mensch als Träger sozial vorgeformter Rollen. Der Einzelne ist seine sozialen Rollen, aber diese Rollen sind ihrerseits die ärgerliche Tatsache der Gesellschaft”. Er verweist auf die antike Herkunft des Ausdrucks und verwandter Wörter (Maske, Person, Charakter) und nennt einige Punkte in der weiteren Entwicklung dieser “Schauspielmetapher”. Sie (die Bezeichnung “Rolle”) darf jedoch “nicht dazu verführen, in der rollen-‘spielenden’ Sozialpersönlichkeit gewissermaßen einen uneigentlichen Menschen zu sehen, der seine ‘Maske’ nur fallenzulassen braucht, um in seiner wahren Natur zu erscheinen. Homo sociologicus und der integre ganze Einzelne unserer Erfahrung stehen in einem paradoxen und gefährlichen Mißverhältnis zueinander, das zu ignorieren oder zu bagatellisieren wir uns schwerlich leisten können. Daß der Mensch ein gesellschaftliches Wesen sei, ist mehr als eine Metapher, seine Rollen sind mehr als ablegbare Masken, sein Sozialverhalten mehr als eine Komödie oder Tragödie, aus der auch der Schauspieler in die ‘eigentliche’ Wirklichkeit entlassen wird”. Zum Begriff der Rolle fügt D. den minderwichtigen der “sozialen Position”, womit er “jeden Ort in einem Feld sozialer Beziehungen” meint, z. B. Vater, Deutscher, Studienrat, Skatspieler usw. Die sozialen Positionen setzen sich aus “Mengen von Positionssegmenten” zusammen, der Studienrat etwa aus den Segmenten “Studienrat-Schüler”, “Studienrat-Eltern”, “Studienrat-Kollegen”, “Studienrat – Vorgesetzte”. Im Unterschied zu den sozialen Positionen als “Orte in Bezugsfeldern” “gib