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Bei einer Feierstunde wie dieser ist es üblich, daß der Redner mit einigen bescheidenen Einschränkungen beginnt; er sagt z. B., daß er sich durch die Einladung, einen Vortrag zu halten, sehr geehrt fühle, daß die Ehre ihn aber auch bedrücke, da er sich der Aufgabe kaum gewachsen fühle. Und wenn ich es diesem Redner gleichtue, muß ich hinzufügen, daß ich damit nur die Wahrheit sage. Mein Besuch in Chestnut Lodge, wo Dr. Frieda Fromm-Reichmann bis zu ihrem Tode arbeitete, hat mich überzeugt, daß es in der ganzen Welt keine zweite Institution gibt, wo eine ähnlich intensive Psychotherapie mit tiefregredierten schizophrenen Patienten durchgeführt wird.
Die beiden ersten Vorträge zum Gedächtnis Frieda Fromm-Reichmanns wurden von zwei ihrer Schüler und späteren engen Kollegen und Freunden gehalten, die an ihrer Seite in Chestnut Lodge arbeiteten und sich ein überragendes Wissen um die Behandlung Schizophrener erwarben. Im Vergleich zu diesen meinen Vorrednern, den Doktoren Farber und Will, aber auch im Vergleich zu zahlreichen Analytikern unter meinen Zuhörern kann ich mich nur auf eine flüchtige Kenntnis der Probleme stützen. Selbst das wenige, was ich weiß, ist noch durch recht wesentliche Umstände eingeschränkt. Erstens verlasse ich während der Behandlung kaum jemals meinen Sessel, und zweitens kommen meine Patienten freiwillig zur Behandlung und können in der Regel auf die Bedingungen der analytischen Situation eingehen, d. h. sich auf die Couch zu legen. Es kommt zwar vor, daß der eine oder andere einmal aufsteht, aber es ist doch selten, und ich bleibe auch dann sitzen.
Ich muß daher vorausschicken, daß möglicherweise meine und Ihre Erfahrungen sehr verschieden voneinander sind, ja, ich bin nicht einmal sicher, ob meine Erfahrungen, die sich von dem herleiten, was unter den soeben erwähnten Umständen zwischen meinen Patienten und mir sich abspielt, für die Bedingungen, unter denen Sie arbeiten und unter denen Dr. Frieda Fromm-Reichmann arbeitete und lehrte, irgendwelc