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Wir Psychotherapeuten befinden uns in einer eigenartigen Lage: Wir sind nicht imstande, schlüssige Beweise dafür anzuführen, daß unsere Tätigkeit tatsächlich etwas nützt. Meiner Ansicht nach ist dies weitgehend darauf zurückzuführen, daß bisher kaum versucht wurde, unsere ständig wachsenden Kenntnisse über Psychodynamik bei der Beurteilung von Behandlungsergebnissen gründlich und methodisch einzusetzen. Die vorliegende Arbeit stellt einen Versuch dar, diesem Mangel abzuhelfen und auf eine Forschungslinie aufmerksam zu machen, die vielleicht imstande ist, die erforderlichen Beweise zu liefern.
Bei einer somatischen Krankheit läßt sich das Behandlungsergebnis anhand der Veränderungen der Krankheitszeichen und -symptome beurteilen; eine solche Beurteilung kann jedoch nur dann treffend und zuverlässig sein, wenn man eine Hypothese über die der Krankheit zugrundeliegende anatomische oder physiologische Pathologie besitzt. Ich behaupte nun, daß dasselbe auch für die neurotischen Erkrankungen gilt, daß aber bei diesen eine Hypothese über die pathologische Psychodynamik erforderlich ist. Die Hauptschwierigkeit liegt dabei in der willkürlich und entlegen erscheinenden Eigenart der psychodynamischen Theorie. Die vorliegende Arbeit soll zur Überwindung dieser Schwierigkeit beizutragen versuchen, wobei der zulässige Anteil an Theorie auf das notwendige Minimum beschränkt ist. Natürlich müssen die allgemeinen Prinzipien der Psychodynamik vorausgesetzt werden, wie etwa die Rolle von unbewußten Konflikten und Abwehrmechanismen bei neurotischen Erkrankungen. Bei der Formulierung einer psychodynamischen Hypothese über einen bestimmten Patienten muß