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Ärzte und Medizinstudenten in psychodynamischer Psychiatrie auszubilden, ist ein Problem, dem man sich in Europa mit weniger Aufmerksamkeit zugewandt hat als in den Vereinigten Staaten. Im allgemeinen ist es in Europa nicht üblich, daß der Arzt während der Ausbildung dazu angehalten wird, nach der Bedeutung neurotischer Symptome zu fragen; er ist auch nur ungenügend dafür geschult, solche zu erkennen.
In einem Allgemeinkrankenhaus hat man als Psychiater den Eindruck, daß psychische Störungen, wenn sie nicht zu einem auffälligen Verhalten führen, häufig gar nicht bemerkt werden. Falls sie erkannt werden, ist man der Ansicht, daß sie am besten mit Hilfe der Psychologie des “gesunden Menschenverstandes” behandelt werden, eine nicht ganz unbegründete Meinung, da viele Psychiater praktisch in der Technik der Psychotherapie ungeschult sind. Auf dem Gebiet psychosomatischer Reaktionen — z. B. psychologisch bedingter Folgezustände nach chirurgischen Eingriffen — herrscht gewöhnlich völlige Unwissenheit. Wiederum weiß man nichts über die Ergebnisse einer Behandlung nach dem “gesunden Menschenverstand”: ist es zum Beispiel therapeutisch wirkungsvoll, einer jungen Frau mit Cancerophobie immer wieder zu versichern, mit ihrer Brust sei “alles in Ordnung”? Es ist nicht ausgeschlossen, daß das Vertrauensverhältnis der Patienten zum praktischen Arzt nicht mehr so gut wie früher ist und daß dies die Ursache für den erstaunlich häufigen Arztwechsel bildet. Balint1 hat gezeigt, daß das “Versichern, organisch sei alles in Ordnung” als Therapie hypochondrischer Angstzustände eher dazu führen kann, daß ein anderer Spezialist aufgesucht wird oder neue Symptome entwickelt werden.
Angeregt durch solche Überlegungen, ist kürzlich am Central Middlesex Hospital in London —einem Krankenhaus, das an der Ausbildung von Medizinstudenten beteiligt ist — der Versuch2 gemacht worden, einen Psychiater auf einer internistischen Abteilung mitarbeiten zu lassen. Es sollte einerseits festgestellt werden, ob