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Die freie Assoziation ist der Eckstein psychoanalytischer Technik und das Hauptwerkzeug der psychoanalytischen Forschung. Obgleich als die Grundregel bekannt, ist die sich mit ihr beschäftigende Literatur spärlich; jedenfalls existiert keine systematische, metapsychologische Betrachtung.
Die vorliegende Arbeit ist nur eine in der Reihe von Bemühungen, Grundkonzepte psychoanalytischer Theorie und Praxis kritisch zu betrachten und zu überprüfen (1, 2, 3, 7); es wird darin versucht, dem bestehenden Mangel abzuhelfen, ohne doch erschöpfend sein zu können. Bei der Notwendigkeit, systematisch und trotz aller Kürze umfassend zu sein, muß teilweise Selbstverständliches ausgesprochen und Allgemeinbekanntes wenigstens kurz gestreift werden. Möglicherweise ergibt sich bei dem Versuch, das Material zu ordnen und zu sichten, insofern ein Gewinn, als neue Perspektiven eröffnet, praktische Erfahrungen verdeutlicht, Probleme besser erkennbar werden; möglicherweise kommen wir sogar zu neuen Formulierungen. Die Geschichte des Begriffes der Assoziation ist alt. Aristoteles sprach als erster in seiner Logik von Assoziationen und stellte Gesetze auf, die die Wechselbeziehungen der assoziativen Elemente untereinander regeln (Assoziation auf Grund von Identität, Ähnlichkeit und Gegensätzen). In der englischen Schule des Sensualismus und im britischen “Assoziationismus”, wie Boring (9) es nennt, spielten Assoziationen eine primäre Rolle. Im allgemeinen wird Hobbes (1588-1678) als der erste angesehen, der sich mit Assoziationen befaßte. Es folgen Locke, Hume, Berkeley, James Mill und sein Sohn John Stuart Mill, Thomas Brown (40), Hartley, Bain, Spencer und schließlich Brentano, Galton, Herbart, Lipps und nahezu die gesamte moderne Psychologie im Fahrwasser Wundts und Freuds.1
Die Schule des “Sensualismus” — der Name ist irreführend — betrachtet die Sinneseindrücke als das Erste, was vom ursprünglich unbeschriebenen geistigen Apparat registriert wird. “Nihil est in intellectu, quid non antea f