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Unter der Initiative und Leitung von H. A. Teirich/Freiburg war ein Tag des Internationalen Herbstkurses für Ganzheitsmedizin und Naturheilverfahren vom 13. bis 23. September 1959 in Velden/Wörthersee (Vorsitzender: Prof. Dr. Dr. Saller/München) dem Thema “Musik in der Medizin” gewidmet.
Als Heilgesang, kultische Zauber- und Tanzmusik ist Musik als ein Heilmittel so alt wie die menschliche Kultur überhaupt. Im griechischen Altertum gelangte sie mit der pythagoreischen und platonischen Ethoslehre zu höchster Blüte. Ihr Wiederaufleben in neuerer Zeit hängt von der Entfaltung der Psychotherapie überhaupt und von der Verlagerung religiösmetaphysischer Bedürfnisse auf die Kunst ab.
Musiktherapie ist eine psychotherapeutische Hilfsmethode, der große Tiefenwirkung zugesprochen wird. Sie soll in gleicher Weise der emotionalen Umstimmung (mittels ihrer gefühlhaften, dynamisch-rhythmischen Komponenten) wie der inneren Ordnung und Entwicklung (mittels des ihr innewohnenden geistigen Ordnungsprinzips) dienen. Es gibt nicht nur verschieden wirksame Arten von Musik, sondern ebenso verschiedene Hörer. Die Wahl “geeigneter” Musikstücke steckt noch im Stadium des Experiments. Von musikologischer Seite wurde der Hinweis gemacht, gezielte Effekte seien am ehesten von elementaren musikalischen Expositionen zu erwarten, also von reinen Intervallen und Rhythmen. Die einseitige Bevorzugung eines bestimmten Komponisten wurde abgelehnt. — Neben den Einzelreferaten über Psychologie und Praxis der Musiktherapie und einem Nachmittagskurs gewährte vor allem die Demonstration von “Musikalischer Graphik” (Zeichnungen und Farbkompositionen von musikhörenden Kindern) erlebnistiefe Einblicke in die bestehenden Zusammenhänge.
Von österreichischer Seite wurde die Gründung einer Gesellschaft zur Förderung der Musikheilkunde mit dem Sitz in Wien III, Lothringer Straße 18, bekanntgegeben. Die Wiener Musikakademie eröffnet bereits mit dem Wintersemester 1959/60 einen zweieinhalb jährigen Lehrgang zur Ausbild