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Verf. nimmt hier in zwangloser Aneinanderreihung zu Fragen der Diagnostik bei Neurosen Stellung. Er stellt dabei die “Störung der Erlebnis Verarbeitung”, d. h. die Art der Reaktion auf Ereignisse im Lebenslauf in den Mittelpunkt der Beurteilung. Er weist daraufhin, wie wichtig es ist, Psychosen, Schwachsinn, organische Krankheiten u. ä. von den Neurosen abzugrenzen. Die Erörterungen blieben unvollständig. Man vermag z. B. nicht zu verstehen, wieso er zwar eine eitrige Angina als Folge gestörter Erlebnisverarbeitung für möglich hält, hingegen eine Cholecystopathie oder ein Magenulcus als Ursache von Ermüdungserscheinungen ansieht, ohne auf die Ursache dieser psychosomatischen Krankheitserscheinungen einzugehen.
Verf. ist mit Ratschlägen, wie z. B. zur Ehescheidung, für einen Psychotherapeuten recht freigiebig. Es ist bedauerlich, daß er dabei nicht wenigstens auf die Schwierigkeiten hinweist, welche dem Anfänger begegnen, für den diese Aufsätze bestimmt sind, wenn dieser solche Haltung nachahmen möchte. Verf. schließt nicht nur alle Psychosen und sogenannten organisch bedingten Krankheiten von einer Psychotherapie aus, sondern auch Zwangskrankheiten, Suchten und solche Persönlichkeitsveränderungen, die man meist als Psychopathien bezeichnet (welchen Ausdruck) aber Verf. nicht gebraucht). Wahrscheinlich wäre es ratsam, auch die “schizophrenieähnlichen Reaktionen” und paranoide Reaktionen sowie Phobien auszuschließen; zumindest hätte eine Warnung für den “werdenden ärztlichen Psychotherapeuten” nicht unterlassen werden sollen. Das therapeutische Vorgehen wird nicht näher beschrieben, da es Verf. hier um die Diagnostik ging. Etwas seltsam und unverständlich bleibt die Meinung des Verf., daß Zwangskrankheiten Zeichen einer schweren Degeneration seien, insbesondere da er selber vermerkt, daß es davon im minimalen Hundertsatz Spontanremissionen gebe.