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In den ersten Kapiteln werden übersichtlich und klar Triebgrundlagen, Charakterabwegigkeiten und ein charakterologischer Überblick über die Fehleinstellungen in der Sicht der verschiedenen Schulen und Theorien dargestellt. Im letzten Kapitel weist K. (im Anschluß an eine vorangegangene Auseinandersetzung über Finalität und Kausalität) auf die Inkonsequenz des Bossschen “anticausalen” Denkens hin. Den Polen Anlage und Umwelt fügt er als dritten die “Wahlfreiheit der Person” hinzu. (Es kommt leider auch dieser Autor nicht ohne Einführung verschiedener neuer Termini aus.) Wichtig ist die Feststellung der zweifelhaften Ergebnisse der Zwillingsforschung und besonders des stets zitierten Schlusses, daß es “eben” Erbanlagen gebe, die eine Einordnung in Gemeinschaft, Leben, und Welt erschwere. Die vom Autor als (durch hohe Korrelation) bewiesen betrachtete erbliche Grundlage der Kretschmerschen Typen kann die Möglichkeit nicht ausschließen, daß (“erworbene”) Charaktereigenschaften nicht ebensogut den Typus beeinflussen könnten. Die vorgängig vom Autor zitierte “Konvergenztheorie” W. Sterns weist ja auch in diese Richtung. Im Anschluß an die Erwähnung von Luxenburgers “innerer Umwelt” folgt ein Exkurs über die “Umwelt-Auseinandersetzung”. Darin spiele der eigene Körper eine bedeutsame Rolle als Umwelt-Faktor. Es scheint uns jedoch ein Kurzschluß, davon auf die Richtigkeit der Adlerschen Korrelation Organminderwertigkeit-Minderwertigkeitsgefühl zu schließen. Ob nun theoretisch Milieu oder Erbanlage im Vordergrund stünden, “wir dächten doch auch nicht daran, einem körperlich Kranken die Therapie zu versagen, weil er für sein Leiden eine erbliche Belastung mitbringe”. Mit dem Hinweis auf die Verhütung von Fehleinstellungen beim Kinde, durch Vermittlung von Anerkennung, Geborgenheit und Sicherheit, und damit einem Nebeneinander von tiefenpsychologischer Pädagogik und bewährten Erziehungsgrundsätzen, schließt der Autor.