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Der I. Teil der 2. Hälfte des Werkes enthält das von Giese verfaßte Kapitel III: “Abnormes und perverses Verhalten” und vom Kapitel IV (“Die ärztliche Beurteilung”) den — noch nicht ganz erschienenen — ersten Abschnitt: “Die Problemlage in historischer Sicht” von W. Bräutigam. Beide Abhandlungen halten das in der Besprechung der 1. Hälfte festgestellte hohe Niveau durch (vgl. Psyche XIII, Seite 918 ff.), und ich wüßte nicht, wie man die Sache besser machen könnte.
Giese gliedert den Stoff unter drei Aspekten: “das Bild von außen”, das “homosexuelle Syndrom” und “Leitsymptome sexueller Perversionen”. Unter dem ersten Gesichtspunkt werden Homosexualität, Narzißmus, Transvestitismus, Sodomie, Fetischismus, Exkrementophilie, Nekrophilie, Monumentophilie, Exhibitionismus, Frotteur- und Voyeurtum, Pseudolismus (darunter versteht Giese den “Tatbestand des orgiastischen Erlebens phantastischer sexueller Handlungen für sich, prinzipiell begleitet vom Wissen der Pseudohaftigkeit, des Fiktiven der Handlung, auch dort, wo er in einen realen koitalen Vollzugsakt eingebaut in Erscheinung tritt”), Pornographie und Gerede, Pädophilie und Gerontophilie, Sadomasochismus und sexuelle Frigidität abgehandelt. Die illustrierende Kasuistik ist teils der Literatur, teils dem eigenen Beobachtungsmaterial entnommen.
Unter bewußter Zurückstellung der entstehungsgeschichtlichen Fragen geht es Giese vor allem um die differenzierende Herausarbeitung der Einheit des Erlebens und des situationsbezogenen Verhaltensstiles. So sagt er z. B. bezüglich der fetischistischen Stilbildungen: