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Die Schulpsychologie und die Rolle und der Aufgabenbereich des Schulpsychologen bieten sehr viele ungeklärte und umstrittene Fragen. In dem vorliegenden Buch haben die Herausgeber den Versuch nach einer möglichst gründlichen Erörterung und Diskussion der Probleme auf diesem Gebiete entgegenzukommen und ihnen eine Orientierungshilfe zu bieten.
Die Arbeit umfaßt 22 Aufsätze von Fachleuten aus den Gebieten der Pädagogik, Psychiatrie, klinischen Psychologie und Soziologie, die nach vier Hauptkapiteln geordnet sind: Schule und Öffentlichkeit, psychologische Verfahrensweisen und Methoden, Probleme der Anpassung bei den wichtigsten Gruppen von Normabweichungen bei Kindern und Ausblick auf künftige Entwicklungsrichtungen der Schulpsychologie. Von diesen 22 Aufsätzen, die eine möglichst umfassende und differenzierende Behandlung des Gesamtgebietes anstreben, sind besonders der von Otto Spranger über “Die psychodynamische Struktur des Lehrerkollegiums” mit der These einer unbewußten Projektion der Familienstruktur, und der von R. Ekstein und R. L. Motto über “Das Borderline-Kind in der Schulsituation” interessant. Der letztere behandelt das Problem, wie man Kindern mit fluktuierenden neurotischen und psychotischen Krisen zu einem regelmäßigen Schulbesuch verhelfen kann; er weist auf eine Aufgabe des Schulpsychologen hin, der enge Zusammenarbeit zwischen Eltern, Lehrern und Therapeuten und eine Beeinflussung der Lehrerschaft im Sinne der Toleranz und Annahme des gestörten Kindes zu erreichen trachten soll.
Aus den Arbeiten wird deutlich, daß die Tendenz besteht, dem Schulpsychologen eine gründliche Ausbildung auf dem Gebiete der klinischen Psychologie nahezulegen, um ihm Verständnis und verantwortliches Handeln für die vielfältigen emotionalen Probleme zu vermitteln, denen er in der Schulpraxis unweigerlich begegnen muß.