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In der theologischen Literatur wird schon seit längerer Zeit von Berufenen (R. Guardini, K. Rahner) die Sorge zum Ausdruck gebracht, daß die an den Hochschulen vermittelte Ausbildung der jungen Theologen und späteren Seelsorger den Anforderungen unserer veränderten Welt nicht mehr gerecht werde.
P. J. Stenger läßt in der Behandlung dieses aktuellen Themas die Theologiestudenten zu Wort kommen. Mit Hilfe von Fragebögen hat er sie veranlaßt, sich positiv oder negativ über ihr Bildungserlebnis an der Hochschule zu äußern.
Dreiviertel der Befragten äußerten sich negativ zum Philosophiestudium, Dreifünftel machten Einschränkungen zum Theologiestudium, völlig negativ zur Theologie stehen nur wenige. So wird vor allem geklagt, der Lehrstoff sei abstrakt, lebensfremd. Die geistesgeschichtliche Distanz vom jüdisch-biblischen wie vom antik-scholastischen zum modernen Denken sei zu groß und werde nicht überbrückt. An positiven Forderungen der Befragten interessiert vom allgemeinpsychologischen Standpunkt aus der Wunsch nach intensiverer Ausbildung in Psychologie und Pädagogik, nach berufsfremder Tätigkeit und nach Kontakt mit der “Welt”.
Mit Stenger, der den Modernismus nicht fürchtet, möchten wir diese Kritik als positives Zeichen werten. Im Zusammenhang mit dem Begabungswandel der heutigen Hochschuljugend und der seltener werdenden humanistischen Schulbildung wird erwähnt, daß die Theologiestudenten sich immer häufiger beim Studium der Philosophie und Theologie “in spanische Stiefel eingeschnürt” fühlten. In unserer hochspezialisierten Gesellschaft müßte der Theologe eigentlich ein Allerweltskünstler sein, da er das aber nicht kann, gleitet er gar zu leicht ins kirchliche Funktionärtum.
Bei der allgemeinen Verbreitung neurotischer Züge auch bei “Gesunden” hat man die Frage aufgeworfen, ob ein Seelsorger auch Psychotherapeut sein müsse. Das wird mit Recht verneint, aber mit gleichem Recht sei zu fordern, daß ein Seelsorger weiß, wann er einen Menschen zum Psychotherapeuten schick