You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Diese soziologische Untersuchung unter psychoanalytischen Gesichtspunkten aus dem Tavistock Institute of Human Relations ist wohl nicht nur auf englische Verhältnisse zutreffend, sondern gibt Einsicht in die Atmosphäre eines Krankenhauses, wie wir es auch in Deutschland antreffen. Man möchte dieser Arbeit eine weite Verbreitung wünschen.
Die Untersuchung wurde in einer Londoner Klinik mit 700 Betten, davon 500 für Innere Krankheiten mit angeschlossener Schwesternschule durchgeführt. Das Personal bestand aus ca. 700 Schwestern, davon 150 mit abgeschlossener Ausbildung, der Rest Schülerinnen. Die Schwestern-Ausbildung dauert 4 Jahre, nach dem 3. Jahr Examen. Mit 70 der Schwestern wurden Interviews sowohl einzeln wie in kleinen Gruppen durchgeführt. Außerdem wurden sog. informatorische Kontakte mit dem Großteil des übrigen Personals, einschließlich der Ärzte und nicht pflegerisch tätigen Personen, gehalten. Einzelne Stationen wurden in ihrer Tätigkeit als Arbeitsgruppe beobachtet. Die Untersuchung erfolgte auf Ersuchen der Klinik, weil man sich über zu häufigen Ausfall und Wechsel der Schwestern Sorge machte. Ebenso hatten Klagen über Divergenzen zwischen pflegerischen Aufgaben und Ausbildung zu der Einsicht geführt, daß hier eine Problematik vorlag, die man alleine nicht zu lösen wußte. Die Untersucher stellten sich die Aufgabe, dies Problem der Schwesternschülerinnen als ein sogenanntes Präsentier-Symptom zu betrachten.
Das Resultat dieser Untersuchung war der Eindruck von großen Spannungen, Verzweiflung und Ängsten unter den Schwestern, welche von vielen Schwestern nicht mehr ausreichend toleriert werden konnten, weshalb es zu häufigen Krankheiten, Abgängen vor Beendigung der Ausbildung und Kündigungen der älteren Schwestern gekommen war. Nachdem die Untersucher auch eine sog. therapeutische Aufgabe durcharbeiteten, nämlich ihre Eindrücke den älteren Schwestern in Gruppen mitzuteilen und ihnen zu helfen, die dabei auftretenden großen persönlichen Widerstände zu überwi