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Ein Jahr lang habe ich als Ethologe unter Ethologen gearbeitet und würde nun am liebsten von den vielen interessanten Studien berichten, die wir auf diesem Gebiet vornahmen, von den dabei angewandten Methoden oder auch von Tendenzen und neuen Richtungen, die sich abzeichnen. Da wir hier jedoch unter Psychoanalytikern sind, habe ich mich entschlossen, meine Bemerkungen nur auf einige wenige Begriffe zu beschränken, die sowohl in der Ethologie als auch in der Psychoanalyse im Mittelpunkt stehen. Ich möchte über die verwandten Begriffe Instinkt, Trieb und Triebenergie sprechen.
Die Psychoanalyse betrachtet sich schon immer als eine biologische Psychologie oder Triebpsychologie. Dieser traditionelle Aspekt hat sich weder durch die Entwicklung der Ich-Psychologie noch durch die umfassende Anwendung der psychoanalytischen Theorie auf Gebieten außerhalb der Klinik wesentlich geändert. Daher überrascht es nicht, daß das Interesse der Psychoanalytiker für die Ethologie in fast geometrischer Proportion zunahm, als sie die Arbeiten von Lorenz, Tinbergen, Thorpe (1, 2, 3) und anderen kennenlernten. Da nun aber Biologen und Psychophysiologen tierisches Verhalten jahrelang studiert haben, ohne ein erhebliches Interesse bei den Psychoanalytikern zu erwecken, taucht die Frage auf, wieso es die Ethologie tut. Ich glaube, daß vor allen Dingen die zentrale Stellung der Instinkte in der Ethologie und andere Parallelen zur Psychoanalyse dieses Interesse bewirken. Bowlby stellte diese offenkundigen Parallelen 1953 heraus (4): Die Bedeutung der inneren Triebe (Instinkte); der Trieb, eine Liebesbeziehung zu einer Elternfigur herzustellen und der Einfluß solcher früher Liebesobjekte auf die Wahl der späteren; die fortdauernde Wirksamkeit der frühkindlichen mitmenschlichen Reaktionen im Leben der Erwachsenen; die kritischen Entwicklungsphasen der inneren Triebe; die gelegentliche Triebentlastung durch Verschiebung. Ich möchte erwähnen, daß Trieb, Energie und Instinkt in diesen Bemerkungen im