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Die Erkenntnis, welch verhängnisvolle Folgen die Ausschaltung der mütterlichen Fürsorge und die Trennung von der Mutter für die Entwicklung des Menschenkindes haben kann, lenkte vor nunmehr acht Jahren mein Interesse erstmals auf die Ethologie, in der Hoffnung, die Dynamik eines solchen Vorganges besser verstehen zu lernen. Als wegweisend empfand ich — wie auch so viele andere — die Arbeit von K. Lorenz über das Folgen junger Gänse, und je mehr ich seitdem las und je mehr Ethologen ich kennenlernte, um so mehr fühlte ich mich ihnen verbunden. Hier erforschten hervorragende Wissenschaftler das “Familienleben” von Tieren und machten nicht nur Beobachtungen, die den im Familienleben der Menschen gemachten zumindest vergleichbar waren, sondern sie interessierten sich, ebenso wie wir Psychoanalytiker, besonders für das Instinktverhalten, für Konflikte und die vielen überraschenden und manchmal pathologischen Folgezustände der Konflikte. Ich überlegte, ob dieser neue Zweig der Biologie nicht vielleicht diejenigen Vorstellungen über den Instinkt beisteuern könnte, die sich Freud für die Psychoanalyse von der Biologie erhofft hatte.
Seither habe ich mich mit dem Gegenstand genauer befaßt und mußte einige meiner ethologischen Vorstellungen erheblich modifizieren. Kaufman1 weist auf einige dieser Schwierigkeiten hin. Mir selbst fiel es am schwersten, auf die hydrodynamische Theorie von Lorenz zu verzichten, die ja davon ausgeht, daß eine Instinkthandlung ausgelöst wird, wenn sich eine bestimmte Menge spezifischer Reaktionsenergie angesammelt hat. Sie wurde abgelöst durch die Annahme eines Reaktionssystems, das durch einen komplexen Mechanismus aktiviert wird, der sowohl auf endogene wie exogene Reize anspricht und von einem anderen, ähnlichen Mechanismus wieder inaktiviert wird. Lorenz' ursprüngliche Theorie von einem Energiereservoir besaß wie die Theorie von Freud den Vorzug des Vertrauten, während die neue “Auslöschtheorie” (“Switch-off-theory”), in die mich Robert Hinde ei