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Der Patient, ein Chemiker, war bei der Aufnahme in das Chestnut Lodge-Sanatorium 28 Jahre alt. Zwanzig Monate zuvor hatte er eines Sonntags zu Hause bei seinen Eltern einen akuten katatonen Erregungszustand erlitten, der mit Angriffs- und Zerstörungswut einherging. Anschließend war er elf Monate lang in einer staatlichen und weitere neun Monate in einer privaten Heilstätte untergebracht. An beiden Orten kam es zu längeren Phasen sehr gestörten Verhaltens mit Gewalttätigkeit und Kotschmieren. Die Ärzte der staatlichen Anstalt gaben ihm folgende Charakteristik: “Sein affektives Verhalten war weiterhin feindlich, wütend und aufbrausend, lärmend und gewalttätig. Seine Sprechweise war arrogant, herausfordernd, mit Flüchen durchsetzt und obszön. Sie wies bizarre Sinnlosigkeiten auf.” Insulinkomas, Elektroschocktherapie und mehrere Versuche mit Individual- und Gruppenpsychotherapie hatten keine Besserung gebracht. Als die Psychiater der staatlichen Anstalt eine transorbitale Lobotomie empfahlen, verlangte die Familie ein Konsilium. Der konsiliarisch hinzugezogene Psychiater sprach sich gegen die Lobotomie aus und empfahl eine stationäre psychoanalytische Behandlung in Chestnut Lodge.
Ich traf den Patienten das erstemal am Eingang des Klinikbaus, in dem er untergebracht war und stellte mich ihm als sein Therapeut vor. Er grüßte nachlässig. Er war unordentlich gekleidet und hatte Untergewicht. Der zu lang gewachsene militärische Haarschnitt und die eingesunkenen Augen gaben ihm ein finsteres Aussehen. Auf meine Aufforderung hin gingen wir auf sein Zimmer, wo sich sogleich sein Mißtrauen zeigte. Er fragte nach meinem Alter und meiner Ausbildung; ich antwortete. Als ich ihn darauf hinwies, daß er dagegen auf meine Fragen nicht antwortete, erklärte er, unsere ganze Unterhaltung werde am nächsten Tag im Fernsehen gesendet werden. Immerhin berichtete er von seinen beiden früheren Anstaltsaufenthalten. Bezüglich der Länge des Aufenthalts und der Anzahl der Elektroschocks, die er er