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Die Hysterie war das erste neue Gebiet, das Freud erschloß. Es wurde in der Frühzeit der Psychoanalyse am umfassendsten untersucht und führte zu zahlreichen Entdeckungen. Tatsächlich prägte es die Psychoanalyse in einem solchen Maße, daß auch andere gleich wichtige Störungen immer noch unter dem Gesichtspunkt der Hysterielehre betrachtet werden. Vielleicht dachte Rycroft (1957) auch an diesen Sachverhalt, als er darauf hinwies, daß die Theorie vom Primärprozeß anders aussehen könnte, wenn Freud in seiner Praxis hauptsächlich Zwangskranke gehabt hätte.
Die Hysterie wurde am längsten untersucht, und so hat sich die Vorstellung gebildet, daß über sie mehr bekannt sei als über irgendeine andere Störung — gelegentlich sogar, daß alles Wesentliche von ihr bekannt sei. Ist das richtig? Es scheint mir im Gegenteil viele Unklarheiten im Bereich der Hysterielehre zu geben. Schon eine kurze Beschäftigung mit der Literatur, die auf das frühe Werk Freuds folgte, zeigt, wie unerforscht dies Gebiet ist. Sie sagt uns wenig und erweckt den Eindruck, daß der Ursprung der Störung unklar ist.
Eine der Aufgaben der Metatheorie besteht in dem Versuch herauszufinden, wo ein Problem liegt. Wenn wir hiermit beginnen, müssen wir ermitteln, worin die Hysterielehre genau besteht, und wir müssen die Komponenten der Theorie vom erkenntniskritischen (methodologischen) Standpunkt aus untersuchen.
Zunächst will ich eine aus sieben Punkten bestehende Übersicht der konversionshysterischen Phänomene geben (die nach physiologischen, psychologischen und objektbezüglichen Kategorien geordnet werden können):
Funktionsstörung der unter willkürlicher Kontrolle stehenden Organe; Funktionsstörung des Wahrnehmungsorgans; Anästhesie.
Stigmata und Fugues.
Furcht vor Sexualität.
Pansexualisierung.
„Belle indifférence“.
Aufnahmebereitschaft unter Hypnose (Jones, 1910).