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Ich fasse die Aufforderung, über dieses Thema zu sprechen, nicht im Sinne eines Übersichtsreferates auf. Eine Übersicht muß vielmehr vorausgesetzt werden, damit wir untersuchen können, was der spezifisch. Jungsche Gesichtspunkt beizutragen hat und evtl. welche neuen Fragen er aufwirft. Das letztere ist ja das Fruchtbarere, soweit man Forschung treibt.
Ich möchte zu diesem Zweck zwei Fragen nachgehen: 1. der Herkunft des psychosomatischen Gedankens bei Jung, eine gewissermaßen historische Betrachtungsweise, und 2. dem Zusammenhang zwischen der Heilung somatischer Krankheiten durch psychische Prozesse und dem Synchronizitäts-phänomen.
Zur ersten Frage: Wenn man heute an die Komplexe Psychologie Jungs denkt, wird im allgemeinen die psychosomatische Medizin kaum die nächstliegende Assoziation sein. Einer meiner nichtpsychiatrischen Kollegen, mit der Jungschen Literatur sehr vertraut, sagte jedenfalls, als ich ihm erklärte, daß sich die Jungianer für psychosomatische Medizin zu interessieren scheinen und daß ich deshalb dieses Referat zu halten habe: „Du schmeißest mir ja alles um.“ Dann kam eine ganz boshafte zweite Äußerung: „Da würdet Ihr ja besser gleich die Laien sprechen lassen.“ Da wir gewohnt sind, Spontanäußerungen psychologisch ernst zu nehmen, habe ich mir überlegt, was für tiefere Gründe die Aussprüche haben könnten, und kam zu folgendem Resultat: Die erste Äußerung dürfte vier Wurzeln haben, a) den Primat der Psyche bei Jung, b) insofern die Psyche das Allerrealste ist, müssen somatische Störungen als Sekundärsymptome aufgefaßt werden und c) insofern man Psychologie treibt, ist ihr Objekt die Psyche und cht das Soma, d. h., die Zusammenhänge mit dem Soma sind sekundär. a) Die psychosomatische Mode als Reaktion auf den medizinischen Materialismus kann wegen a) nicht aus dem Jungschen Gesichtspunkt folgen.
Was die zweite Äußerung betrifft, so vermute ich dahinter die Überzeugung, daß wir Ärzte ohnehin nichts Tüchtiges über dieses Thema wissen und daß infolgedesse