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Am I. Internationalen Kongreß der psychosomatischen Medizin französischer Sprache, der vom 8. bis 10. Juli 1960 in Vittel (Vog.) stattfand, beteiligten sich über 200 psychosomatisch Interessierte aus 15 Ländern (davon 6 Ostblockstaaten); die einzelnen Referate sind unterdessen gesammelt veröffentlicht.* Die Organisatoren beabsichtigten einerseits eine möglichst umfassende Bestandsaufnahme (1. Thema: „Theoretische und praktische Aspekte der psychosomatischen Medizin“) und andererseits eine Diskussion der wegen ihrer leichten Lernbarkeit und Durchführbarkeit stark verbreiteten Entspannungstechniken (2. Thema: „Relaxation“).
Für die Bestandsaufnahme am ergiebigsten war eine „item“-reiche Fragebogen-Erhebung, deren Resultate von Brisset und Sapir dargestellt wurden. Bei 30 Antworten aus Frankreich und 36 weiteren Stellungnahmen aus 14 anderen Ländern wurde nur für das „Mutterland“ eine gewisse Repräsentativität erreicht. Von vornherein zu erwarten waren die durchgehende Verwendung Pawlowscher Denkmodelle bei den Ostblock-Autoren und eine dagegen kontrastierende Vielfalt bis Gegensätzlichkeit der westlichen Ansichten. Es mag deshalb überraschen, daß sich unter den letzteren immerhin eine gemeinsame Basis weitgehender Übereinstimmung ergab, die u. a. folgende Punkte betrifft:
Die psychosomatische Betrachtung stellt eine Erweiterung und Ergänzung der Schulmedizin dar und ist kein radikaler Bruch mit der medizinischen Tradition.
Jeder Arzt bedarf einer Ausbildung in psychosomatischer Medizin.
Die Denkmodelle und Befunde der Psychoanalyse sind zwar eine wesentliche Grundlage, aber nicht die ausschließliche Basis der psychosomatischen Medizin, es bedarf (und dies betonen die eigentlichen Psychoanalytiker als erste) einer Integration der psychoanalytischen mit physiologischen und soziologischen Daten, ja mit allen Kenntnissen über den Menschen.
In der psychosomatischen Medizin ist die Arzt-Patienten-Beziehung das fundamentale Geschehen, es wird in den Begriffen von Übertragung und