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Wir wissen, daß die psychoanalytische Technik schwierig ist. Ohne theoretische Kenntnisse sind wir nicht imstande, sie zu beherrschen. Der Mensch macht eine lange, komplizierte Entwicklung durch, die viele individuelle Unterschiede aufweist, mit denen wir einigermaßen vertraut sein müssen. Theoretisches Wissen allein genügt aber nicht. Unsere Haltung den Patienten gegenüber kann durch eine unbewältigte Gegenübertragung, durch affektive Probleme, denen nicht nur Anfänger zum Opfer fallen, gestört werden. Diese Schwierigkeiten haben zur Folge, daß sich viele junge Analytiker unsicher fühlen, solange sie noch keine jahrelange Erfahrung besitzen. Auch dürfen wir nicht vergessen, daß es vielen Psychotherapeuten leichter fällt, einen Patienten ihres eigenen Geschlechtes zu verstehen. Je weniger man seinen Patienten versteht, um so größere Angst pflegt man zu bekommen; diese Angst erschwert aber das Verständnis erneut.
Während der Analyse können u. a. folgende Gefahren auftauchen:
Es kann ein chaotischer Zustand entstehen (Reich);
es werden dem Patienten Theorien klargemacht, die vom Analytiker selbst irrtümlich für Deutungen gehalten werden, wodurch die Analyse erst recht unübersichtlich wird.
Diese für Deutungen gehaltenen theoretischen Auseinandersetzungen haben zur Folge, daß das eigentliche Erleben der Aufmerksamkeit entzogen wird und daß wir die Patienten mit einer der gefährlichsten Abwehrtechniken — mit der Rationalisierung — bekannt machen.
Das Ergebnis ist, daß der Analytiker entmutigt wird, er begreift nicht, was geschieht und warum der therapeutische Erfolg ausbleibt.
Um eine chaotische Situation und das Theoretisieren zu vermeiden, möchte ich empfehlen, die Behandlung so systematisch wie möglich durchzuführen.
Unser technisches Können hängt zum Teil von unserer Einsicht in die Neurosenstruktur unserer Patienten ab. Hierbei helfen uns die gebräuchlichen diagnostischen Kategorien wohl etwas, aber nicht viel.
Es ist uns aufgefallen, daß nur eine geringe Zahl der Patiente