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Die von P. C. Kuiper erwähnte Regel, man solle in der psychoanalytischen Behandlung, wenn möglich, versuchen, die Lebensgeschichte des Patienten in umgekehrter Richtung zu verfolgen, verlangt wohl eine Erläuterung. Die Regel mag in manchen Fällen brauchbar sein. Gemeint ist aber nicht, daß es dem Analytiker etwa immer gelingen sollte und könnte, zuerst die aktuelle Situation, dann die Adoleszenz, die Latenzperiode, später die ödipale und präödipale Periode zu rekonstruieren, den Patienten wiedererleben und durcharbeiten zu lassen. Das ist oft unmöglich, denn die Erfahrung hat gezeigt, daß Material aus den verschiedensten Lebensperioden gebracht werden kann, um Erlebnisse aus früheren oder späteren Perioden abzuwehren. Dafür zwei Beispiele:
Häufig begegnet man Patienten, die präödipale Erlebnisse und Konflikte bereits im Beginn der Analyse mitteilen, aber ohne sie wirklich verarbeiten zu können, da sie diese unbewußt verwenden, um viel stärker abgewehrte, mit Angst besetzte Konflikte aus späteren Schichten vom Bewußtsein fernzuhalten.
Manche männlichen Patienten zeigen ein betont männliches Verhalten und starke Rivalität mit väterlichen Personen, um ihre passiv-femininen Strebungen abzuwehren. Wir deuten dieses Verhalten als Pseudo-Männlichkeit und können die wirkliche ödipale Position des männlich rivalisierenden Knaben erst durcharbeiten lassen, nachdem die Angst vor der passiven sexuellen Bindung an den Vater aufgelöst ist1.
Was tatsächlich gemeint wurde, ist, daß man sich durch die Initialträume und das frühkindliche Material, das öfters in den ersten Analysestunden und -wochen (manchmal auch -monaten) durchbricht, weil der Patient dann noch keine Ahnung von der wirklichen Bedeutung dieses Materials hat, nicht dazu verführen lassen soll, tiefer darauf einzugehen. Man solle dieses Material als wertvolle Mitteilungen auffassen, die dem Analytiker einige Einsicht in die Probleme und in die individuelle Eigenart des Patienten vermitteln. Erst dann möge man versuchen her