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Die Anorexia nervosa (A. n.) ist ein Krankheitsbild aus dem Grenzgebiet der Inneren Medizin und Psychiatrie. Es ist diagnostisch unverkennbar, aber seine nosologische Stellung ist ungeklärt. Der Verf. berichtet über psychopathologische Studien an der Heidelberger Universitätsklinik für psychosomatische Medizin. Die Größe des klinischen Materials, die Sorgfalt der Untersuchungsmethoden, die Darstellung der psychologischen Behandlungen, die kritische Literaturübersicht sowie die Klarheit der theoretischen Ausführungen machen diese Monographie zu einer der bedeutendsten Forschungsberichte auf diesem Gebiete. Jeder Arzt, der an diesem Krankheitsbild interessiert ist, soll dieses Buch lesen, auch wenn er nicht mit der theoretischen Orientierung des Verfassers übereinstimmt. Als Psychopathologe steht der Autor auf dem Boden der Freudschen Psychoanalyse. Manche Psychiater halten noch immer an der endokrinen Genese der A. n. fest, obzwar die Endokrinologen diese Annahme ablehnen. Der Verfasser sagt mit Recht, daß sich im wechselvollen Schicksal dieses Syndroms ein Stück medizinischer Geschichte widerspiegelt. Gull , dessen klassische Beschreibung des Krankheitsbildes nicht überholt wurde, sprach von “hysterischer Apepsie”.
Im Laufe von zehn Jahren wurden 30 Fälle, unter denen sich nur ein Mann befand, in der Heidelberger Klinik aufgenommen und die Mehrzahl von ihnen psychotherapeutisch behandelt. In keinem Falle bestanden vor der Krankheit endokrine Störungen. Die Kranken gehörten vorwiegend dem Mittelstande an. Sie kamen nach einer durchschnittlichen Krankheitsdauer von 2½ Jahren an die Klinik. Die längste Katamnesenperiode nach Abschluß der Behandlung war 7 Jahre. 20 Kranke waren geheilt oder gebessert, aber in der Mehrzahl der Fälle war die Katamnesenperiode zu kurz, um den Wert der Behandlung zu beurteilen. Nur ein Fall nahm einen tödlichen Ausgang. Von 17 geheilten und gebesserten Fällen waren 8 in Psychotherapie. Die Krankengeschichten zweier Fälle, die je etwa 300 psy