You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Das ist ein bemerkenswertes, aufrichtiges Buch. Beim Lesen kann man den Autor sprechen hören, wie er vorsichtig denkt, sich zur Klarheit durchringt und keinen Einwand gegen seine Gedanken unterdrückt, sondern sich mit ihm auseinandersetzt. Der Verfasser versucht, die Resultate der Psychoanalyse mit seinem allgemeinen Wissen zu integrieren, und analytisches Wissen wird auf philosophische Probleme angewandt.
Das Ziel der Psychoanalyse ist Erkenntnis, im besonderen Selbsterkenntnis. Eine solche Erweiterung des Wissens kann nicht durch Wertungen gelöst werden. Wie weit sind solche Wertungen relativ, und in wie weit gibt es etwas, das allgemein menschlich als absoluter Wert dargestellt werden kann? Um diese Frage zu lösen, muß vor allem das psychoanalytische Urteil als solches untersucht werden — sozusagen eine psychoanalytische Erkenntnistheorie entwickelt werden. Davon handelt der erste Teil des Buches. Es beginnt mit einem Kapitel, das den Titel ‘Die Natur des Beweismaterials’ trägt, und die Untersuchung wird im nächsten Kapitel ‘Trieb und Entwicklung’ weitergeführt. Unter Entwicklung versteht der Verfasser die phylogenetische Entwicklung, und Darwinismus im besonderen. Hier wendet er sich liegen den Einwand, daß sich teleologische Gedankengänge einschleichen. Wenn man das Werturteil