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Dieses Buch wendet sich an den praktischen Arzt, und, wie zu hoffen wäre, auch an alle medizinischen Spezialisten, nicht nur die Psychotherapeuten.
“Die beste Arznei ist die Liebe”, ein Satz von Paracelsus, wird auch von J. allem ärztlichen Handeln vorangestellt. Wir möchten jedoch meinen, daß gerade heute mit dem Begriff “Liebe” im psychotherapeutischen Handeln viel Mißbrauch getrieben wird und dieser deshalb näher spezifiziert werden sollte. Die wirklich helfende psychotherapeutische Liebe ist nämlich nie stellvertretend (wie z. B. die religiöse), sondern stets hinweisend, wachsen-lassend und re-spektierend. Da in der heutigen Zeit und, im psychosomatischen Geschehen im besonderen, das Ertragenkönnen von Angst eine zentrale Rolle spielt, kann nur eine “Ich-Stärkung” und nicht eine “Hilfs-Ich-Bildung” wahre Hilfe gewähren (was nicht heißen soll, daß, wenn ersteres als Ziel besteht, das zweite als Mittel hierzu verwendet werden kann).
Die äußerste Einfachheit der Schreibweise des Autors darf nicht mißverstanden werden: sie bietet nämlich die einzige Möglichkeit, sich sowohl somatisch wie psychologisch Interessierten verständlich zu machen, und entzieht damit auch die Thematik den omnipotenten Ansprüchen einer einzigen medizinischen Richtung. So spricht J. z. B. vom “nervösen Kranken”, vom “Hochdruckkranken”, vom Kranken mit Kopfschmerzen und Migräne usw. Wenn der Autor so vom Kranken spricht, ist damit das Kranksein des somatischen Verständnisses erfaßt, aber zugleich auch die Individualität des psychologischen Aspektes. Damit sind die scheinbaren Gegensätze “Befund” - “Befindlichkeit” überbrückt.
Im analytischen Bereich greift der Autor ein altes und (wenn man es nicht anzufassen versteht) heißes Eisen an. Wir glauben, daß der Autor im Sinne des Auftrags für die “Sache” der “Ent-Sexualisierung” ein Wort spricht. Er bringt trotz besseren Wissens dieses Opfer, um den hochexplosiven Stoff auch Fachunkundigen etwas verdaulicher zu