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Wer einigermaßen vertraut ist mit den zahlreichen, oft bedeutenden Versuchen, Goethes Faust II auszulegen und so, auf eine angemessene Weise, das schwer zu durchdringende Werk dem Verständnis nahezubringen, wird von der ganz eigenartigen Handhabung der Interpretationskunst, die im vorliegenden Werk getätigt wird, aufs nachhaltigste beeindruckt sein.
Das Besondere des hier geübten Vorgehens ist bereits im Titel des Werkes ausgedrückt. Jede Auslegung des II. Teils von Goethes Faust hat in erster Linie sich mit dem Symbolgehalt des Werkes auseinanderzusetzen. In der vorliegenden Arbeit handelt es sich um eine Szenengruppe aus Faust II (von “Finstere Galerie” bis zum Finale der “Klassischen Walpurgisnacht”); deren vieldimensionalen Symbolgehalt mit den Mitteln einer vielschichtigen Deutungskunst zu erschließen, stellt das eigentliche Ziel des Werkes dar. “Gewagt” könnte man das Vorhaben des Autors nennen; denn grundsätzlich besteht die Gefahr, die wir aus andern Faustkommentaren kennen, durch einseitige Vertiefung in den Symbolgehalt einzelner Bilder, einzelner Gestalten, einzelner chiffrenartiger Begriffe, den Faden zu verlieren, der das auftauchende Problem aufs innigste mit dem Ganzen der Handlung und zugleich mit dem quellenreichen Mutterboden der goetheischen Bilderwelt verbindet.
Doch in der glücklichen Wahl des Themas sind grundsätzlich beide Gefahren bereits abgewehrt. Indem der Titel des Werkes seine Aufgabe begrenzt, stellt er auch eine besondere Forderung, die nämlich, jede Stelle der symbolischen Szenenreihe von Akt eins und zwei des Faustdramas II darauf hin anzusehen, was sich allerorts aus ihr für das Verständnis des eigentlichen Themas, den “Weg” nämlich “von Faust zu Helena”, entnehmen läßt. Dieser Weg bildet den umfassenden Sinngehalt der zu betrachtenden Szenen; als dramatische Handlung wird dieser Weg verstanden. Hellsichtig und hellhörig macht also die Nennung des leitbildartigen Hintergrundes für die einzelnen Schritte im