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In nunmehr zweiter Auflage bringt March sein Buch, in dem er nach kurzer Diskussion einiger “grundsätzlicher Gedanken über die ärztliche Haltung” eine Reihe von Kranken- oder, besser gesagt, von Lebensgeschichten berichtet.
Diese Zusammenstellung hat den Wert einer Sammlung zeitgeschichtlicher Dokumente, die uns alle angehen. Was March vorlegt, sind keine kasuistischen Fallberichte, die nach bestimmten Gesichtspunkten durchgearbeitet, mehr oder minder diagnostisch oder therapeutisch bewältigt wären, sondern es ist eine Sammlung von menschlich “unbewältigten” Krankheitsfällen, an denen ein — ärztliches, juristisches, soziales — Ungenügen deutlich wird. Immer wieder werden wir bei der Lektüre dieser psychosozialen Dramen aber auch zu einer speziellen Warnung geführt: Angesichts der Verantwortung für jedes Lebensschicksal verbietet sich überall dort, wo es um Menschen geht, jeder leichtfertig schnellbereite Dilettantismus mit blind-unbedenklichen Urteilen, Ratschlägen, Behandlungen.