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Als Grundlage der vorliegenden Analyse des künstlerischen Gestaltens dienten vor allem die in die Tausende gehenden Arbeiten kindlicher und jugendlicher Blinder und Schwachsichtiger des Blindeninstituts Wien Hohe Warte, welche im Unterricht Lowenfelds entstanden sind. Er verfolgt zugleich die Absicht, eine Methode zur Berücksichtigung des bislang sehr vernachlässigten Schöpferischen in der allgemeinen Erziehung zu gewinnen, wobei ihm zumal daran liegt, den nicht-visuellen (haptischen) Erlebnisquellen des künstlerischen Schaffens der Kinder und Blinden bzw. Schwachsichtigen gerecht zu werden und es nicht nur unter dem naturalistischen Aspekt der abbildlichen Treue, sondern auch seines Ausdrucksgehaltes zu beurteilen. Eine mit Beittel an der Abteilung für Kunsterziehung einer amerikanischen Universität zusammen durchgeführte Untersuchung zeitigte acht “meßbare Eigenschaften”, die schöpferische von minder schöpferischen Menschen unterscheiden sollen. Und genau dieselben Eigenschaften fand Guilford in einer unabhängig davon an einer andern amerikanischen Universität unternommenen Arbeit im Hinblick auf die wissenschaftliche Begabung. Bei diesen Eigenschaften handelt es sich 1. um die geistige, perzeptuelle und soziale Sensitivität: die Fähigkeit, Wesentliches von Unwesentlichem, Feinheiten der sensuellen Qualitäten zu unterscheiden und sich in Dinge und Mitmenschen “einzufühlen” bzw. mit der eigenen Arbeit zu identifizieren; 2. die stetige Aufnahmebereitschaft; 3. die Beweglichkeit als Fähigkeit, sich schnell in neuen Situationen zurechtzufinden; 4. die Originalität; 5. die Umgestaltungsfähigkeit; 6. Analyse und Abstraktion; 7. Synthese als Vereinigung mehrerer Elemente zu einem neuen Ganzen und 8. die ästhetische Organisation. Wie diese Eigenschaften gemessen worden sind und was dabei herauskam, erfährt man freilich nicht.
Danach bespricht Lowenfeld die bisherigen Publikationen über das schöpferische Gestalten der Kinder, Blinden und Schwachsichtigen. Er referiert ferne