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Die Besprechung dieses Buches an diesem Ort gewinnt ihre Berechtigung nicht aus dem wissenschaftlichen oder sachlichinformativen Gehalt der Publikation, sondern vielmehr aus seiner sozialpädagogischen und didaktischen Funktion. Neben dem ersten Buch der Autorin (Psychologische und methodische Grundlagen der Einzelfallhilfe (Casework, besprochen in Psyche XIII- S. 774) stellt es die erste deutsche, in kompendienhafter Buchform erschienene Einführung in das Casework dar. Daher entspricht das Buch einem echten Bedürfnis und wird eine starke Verbreitung bei Sozialarbeitern und Sozialpädagogen aller Arbeitsbereiche haben. Von dieser Situation ausgehend blicken wir in unserer Besprechung über das Buch auf seine potentielle Wirkung.
Dazu einige Vorbemerkungen: 1. Das “Casework” kam als Stil der sozialen Arbeit nach dem zweiten Weltkrieg aus den angelsächsischen Ländern nach Deutschland; eine Reihe von deutschen Fachleuten waren zum praktischen Studium des Casework — vor allem — in den USA gewesen. Je nach Generation und Assimilationsbereitschaft kamen sie begeistert, gleichgültig oder ablehnend zurück. Manche hatten den Eindruck, wesentliche Ansätze dieses Verfahrens seien in Europa, in Deutschland schon früher dagewesen und in den USA nur aus dem Überfluß und dem Mangel an “echten” sozialen Problemen kultiviert worden. — 2. In der Zwischenzeit ist die Behebung grober materieller Not als Aufgabe für den Sozialarbeiter in Deutschland mehr und mehr geschwunden, es stellte sich eine Akzentverlagerung ein, welche z. B. durch die Begriffe “Rehabilitation, sinnvoll-adäquate Altenbetreuung, Verbindung von Jugendpflege mit Jugendfürsorge” gekennzeichnet ist. — 3. Die klassische Ausbildung der deutschen Sozialarbeiter mit ihrem Schwerpunkt im Juristisch-Verwaltungstechnischen wurde als ungenügend empfunden, und Einzelpersönlichkeiten und Institutionen bemühten sich um verschiedenste Möglichkeiten soziologischpsychologisch orientierter Zusatzausbildungen. Endlich trat ein Strukturwan