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Die Abneigung zahlreicher Zeitgenossen gegen Beschäftigung mit Politik muß psychologisch in zwei Hauptwurzeln gesucht und verstanden werden.
Die eine Wurzel entstammt einer Haltung aus der Kinderzeit: Politik ist Sache der Erwachsenen, der Großen, mächtiger Puppenspieler etwa, deren Regie und Regierungsweise man nicht kennt, die anonym oder doch undurchschaubar unser Schicksal mitbestimmen. Wir überlassen also Bestimmung und Steuerung unseres Lebens einer mächtigen Außeninstanz von männlich-väterlichem Aspekt, einer autoritären Übermacht. Unsere Haltung dieser Instanz gegenüber kann gläubig-vertrauensvoll sein: er oder sie werden es schon richtig machen, sie wissen schon, wie; wir haben jedenfalls hinzunehmen, was bestimmt, beschlossen, auferlegt und vorgeschrieben wird. Wir kümmern uns hier also aus Anerkenntnis väterlich-institutioneller Übermacht, sei das gläubig-vertrauend oder resignierend-fatalistisch, nicht um Politik. Selbst, wenn wir dagegen sind: unser Alltagsleben verläuft fern davon.
Die zweite Wurzel der Abneigung liegt in der „Garstigkeit“, unter der uns oft Politik erscheint. Das heißt, in der Politik wirken sich menschliche Züge aus, mit denen man direkt und ausgesprochen wenig zu tun haben möchte: Macht, Gewalt, Vorschrift, Gesetz, Verbot, Reglement, Unterdrückung, Einschränkung, Konflikte von Wünschen und Interessen, Streit, Kampf und Krieg. Politik erscheint so als eine Instanz und Institution, die solche seelischen Grundzüge repräsentiert, die die Menschen als unbequem oder gar unheimlich abgeschoben haben, obwohl natürlich an sich jeder Einzelne daran teilhat. Schon wird klar, wie lästig Politische Psychologie fällt. Denn sie hat mit der Beobachtung, Darstellung und Analyse der menschlich-seelischen Grundkräfte zu tun, die in der Politik vorkommen.
Mit Politik nichts zu tun haben wollen, entspricht also neben kindlicher Selbstaufgabe wie Opposition der Haltung des Vogels Strauß, nicht sehen zu wollen, was an Unerfreulichem vor einem liegt. Hätten