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Zu Traugott Gerber1, als dieser noch ein junger Mann war, kam einmal ein Sektenangehöriger, der missionierte, und überredete ihn, an einer Veranstaltung seiner religiösen Gemeinschaft teilzunehmen.
Traugott ging aus Neugier hin, nicht aus einem besonderen Bedürfnis. Er war bislang kein eifriger Kirchgänger gewesen, hatte die Sonntage lieber dazu benutzt, um ausgedehnte Spaziergänge oder im Verein mit Freunden eine Alpengipfelbesteigung zu unternehmen. Von Beruf war er Architekt und arbeitete auf einem Baubüro. Er war ein hochgewachsener Leptosomer und glich körperbaulich seiner Mutter. Diese, damals in den Fünfzigerjahren, behauptete, ihr Sohn gleiche ihr wohl äußerlich, aber nicht in seinen Verhaltensweisen und seinem Charakter, er schlage in der Beziehung eher dem Vater nach, einem Kaufmann in führender Position. Dieser, ein breiter Pykniker, war frohmütig, unternehmungslustig, ein guter Organisator, immer zuversichtlich, unbeschwert, optimistisch, jovial und trotzdem sehr real denkend, tüchtig. Die Mutter war eher ernst, leicht pessimistisch und stark religiös. Ihre Lieblingsbücher waren Sammlungen von Predigten. Schon als Traugott und seine um ein Jahr jüngere Schwester noch kleinere Kinder waren, nahm die Mutter sie sonntags in die Kirche mit. Die Tochter fand Gefallen daran, der Sohn machte, je älter er wurde, dagegen Opposition. Die Predigtgänge langweilten ihn, lieber wäre er mit seinesgleichen herumgetollt, und als er das Tertiaalter erreicht hatte, weigerte er sich offen, mit Mutter und Schwester zur Kirche zu gehen. Er habe anderes zu tun, sagte er, und der Vater gehe ja auch nicht hin. Seine Kameraden besuchten nur sehr gelegentlich das Gotteshaus, und er wolle sich von ihnen nicht unterscheiden, sich in seiner Lebensweise nicht von ihnen absondern. Vor allem begehre er nicht als ein „Frömmler” verdächtigt oder verschrien zu werden.
Nach der Reifeprüfung besuchte der junge Mann eine technische Hochschule, erwarb sich ein Architektendiplom und begann seine