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Psychoanalytiker und auch akademische Psychologen versuchen heute mehr und mehr, quantitative, also statistische Methoden und Techniken herauszuarbeiten, die es erlauben sollen, die Theorie
Freuds sozusagen experimentell auf ihre Richtigkeit hin zu prüfen. Es handelt sich dabei nicht notwendig um die Nachkontrolle der Erfolge einer psychoanalytischen Behandlung, obwohl dieses Ziel nur selten ganz dabei übergangen wird. Mit dieser Voraussetzung ist das vorliegende Werk geschrieben worden.
Madison, ein akademischer Psychologe, geht von dem Standpunkt aus, daß Verdrängung und Abwehrmechanismen die zentralen theoretischen Begriffe der Psychoanalyse sind, von denen aus ein solcher Versuch gemacht werden müßte. In der richtigen Einsicht, daß die verschiedensten Neo-Freudianer häufig neue Worte gewählt haben, ohne irgend etwas Neues zu sagen, nach dem Autor meistens nur tiefere Einsichten verwässernd, unternimmt er es, historisch die Entwicklung der Begriffe “Verdrängung” und “Abwehr” aus den Originaltexten herauszuschälen. Freud hatte sie im Laufe seiner langen Arbeitstätigkeit nicht immer klar voneinander geschieden gehabt, ihnen im Laufe seiner fortschreitenden Forschungen und Einsichten auch teilweise andere Bedeutungen unterlegt. Dieses wird durch viele und gut ausgewählte Zitate belegt und dabei gleichzeitig untersucht, wie weit die verschiedenen Abwehrmechanismen nur gewisse Seiten des wichtigsten unter ihnen, der Verdrängung, beschreiben. Einige andere seien weitgehend unabhängig von ihr.
Gerade hier ist es bedauerlich, daß der Verf., der selbst keine praktischen psychoanalytischen Erfahrungen gesammelt zu haben scheint, nicht auch noch andere klassische psychoanalytische Veröffentlichungen herangezogen hat. Einige Unklarheiten und eindeutige Mißverständnisse, besonders soweit es die Rolle der Libido und der Sexualität im Lehrgebäude Freuds betrifft, wären dadurch wahrscheinlich vermieden worden. Immerhin liegt hier ein Versuch vor, der selten oder nie so konsequen