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Um die eminente Bedeutung dieses Buches von Tellenbach ins rechte Licht zu rücken, schlage ich einen Umweg ein, der über ein in ihm nicht eigens diskutiertes Problem führt. Jaspers hat seinerzeit als “Idealtypen” — die in der klinischen Realität “Übergangsformen” zulassen — den “Prozeß” und die “Entwicklung” herausgearbeitet und ihnen im Aspekt des Erkennens, vereinfachend formuliert, die “kausalen” und die “verständlichen” Zusammenhänge zugeordnet. Mit der letzteren Differenzierung nicht genau übereinstimmend, aber doch in dieselbe Richtung weisend, hat dann später Binswanger die “Lebensfunktion” von der “inneren Lebensgeschichte” und Straus das “Geschehnis” vom “Erlebnis” unterschieden. Dabei wandte sich das psychopathologische Interesse begreiflicherweise fast ausschließlich den verständlichen Zusammenhängen, bzw. der inneren Lebensgeschichte und dem Erlebnis zu; die jeweiligen Gegensachverhalte blieben unbefragt, rückten ins “Biologische” oder “Somatische”, ohne freilich ihren auch “psychischen” Charakter ganz einzubüßen. Daran hat die “daseinsanalytisch-anthropologische Wendung” in der Psychopathologie nicht viel geändert; und zwar deshalb, weil Heideggers Begriff des Daseins, ungeachtet des diesem zugesprochenen Geschehenscharakters, eine rein intentionale Interpretation zuläßt und vielleicht auch von ihm selbst so gemeint ist: Sichzum-eigenen-Sein-Verhalten, Seinsverständnis, Zeitigung der ursprünglichen Zeitlichkeit, Entscheidung, Sich-vorweg-Sein, Geschichtlichkeit usw. sind Leistungen der Intentionalität oder Reflexivität oder können wenigstens als solche verstanden werden. Dagegen ist nichts zu sagen, denn die intentionalen Vollzüge gehören zweifellos zum sichverhaltenden Dasein. Die Frage bleibt indessen,