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Um Faktoren des Persönlichkeitswandels im “Kultur-Kontakt” mit der abendländischen (französischen) städtischen Zivilisation zu studieren, benützte Miner ein “natürliches Experiment”; er verglich eine Gruppe von 20 algerischen Männern, die in der Oase Sidi Khaled (am südlichen Fuß des algerischen Atlasgebirges) lebten, mit einer Gruppe von 28 Männern, die von dort in die Stadt Algier ausgewandert waren.
Die Schilderung der Lebensumstände und Lebensformen der Untersuchten gibt auf 90 Seiten einen vollständigen und für die völkerpsychologische Forschung in ihrer Art vorbildlichen Überblick über alles, was der Psychologe über Angehörige eines fremden Gesellschaftsgefüges wissen muß.
Rorschach-Tests, die durch summarische persönliche Befragung ergänzt werden, geben das psychologische Erfahrungsgut her. Eine Auswahl von 21 typischen Verhaltensweisen, die einem Kulturwandel unterworfen sein könnten, wurde durch Befragung bei beiden Gruppen erfaßt und dann statistisch verglichen. Dann wird versucht, aus den Tests psychologische Charakteristika “der Algerier” herauszuarbeiten und diese mit den soziologischen Feststellungen über den Kulturwandel in Beziehung zu setzen.
Wenn schon die auf die Spitze getriebene statistische Ausrechnung der Gegebenheiten des Verhaltens bei so kleinen Gruppen wenig aufschlußreich ist, vermag die zwar sorgfältige, aber ebenfalls rein statistische Verwertung der Rorschachbefunde wenig zu überzeugen. Rorschach-Syndrome wie “Rigidität”, “Unangepaßtheit”, “subjektive, illogische oder willkürliche Denkweisen” u. a. werden errechnet und oft durch den Vergleich mit durchschnittlichen Testergebnissen aus dem amerikanischen Kulturkreis quantitativ bestimmt, ohne auf ihren Stellenwert innerhalb des Tests oder auf die Gesamtperson Bezug zu nehmen. Es kann nicht verwundern, daß es nicht gelingt, Ergebnisse dieser Persönlichkeitsdiagnostik mit dem zu untersuchenden Kulturwandel in eine verständliche Beziehung zu setzen.
Aus elf sehr gelungenen, individuellen Chara